Hoffen auf die Trendwende
ZF Friedrichshafen drohen rote Zahlen

Der drittgrößte deutsche Autozulieferer ZF Friedrichshafen wird im Geschäftsjahr 2003 den Umsatz leicht steigern - wegen hohen Entwicklungsvorleistungen und Investitionen könnte ZF jedoch in die roten Zahlen rutschen. 2004 soll aber alles wieder werden.

HB STUTTGART. Aufträge für Volumenmodelle wie den neuen VW Golf sollen dem drittgrößten deutschen Autozulieferer ZF Friedrichshafen 2004 wieder zu einem kräftigen Umsatzwachstum verhelfen. Vorstandschef Siegfried Goll ließ aber offen, ob es im zu Ende gehenden Jahr angesichts der Flaute in der Autobranche und hoher Vorleistungen für ZF unter dem Strich noch zu einem Gewinn reicht.

Der Konzernumsatz werde 2003 nur um etwa ein Prozent auf 9,3 (Vorjahr: 9,17) Mrd. € zunehmen, sagte Goll am Freitag in Stuttgart. Um Währungseffekte bereinigt, wachse das Volumen um vier Prozent. Die anhaltend hohen Investitionen von 729 (698) Mill. € hätten den Gewinn des Friedrichshafener Getriebe- und Fahrwerk-Spezialisten sehr stark belastet. „Wir werden ein schwarzes Betriebsergebnis realisieren“, sagte Goll lediglich. Auf einen positiven Jahresüberschuss wollte er sich nicht festlegen. Der Gewinn nach Steuern war bereits 2002 auf 29 (150) Mill. € eingebrochen.

Für das nächste Jahr äußerte sich Goll dagegen optimistisch. „Wir gehen 2004 von einer Trendwende aus. Wir müssen jetzt die Früchte unserer Investitionen einfahren“, forderte der ZF-Chef. Die Umsatzzuwächse könnten eine hohe einstellige Prozentzahl erreichen und damit die erwartete Entwicklung der weltweiten Automärkte übertreffen. Die Antriebs- und die Fahrwerkstechnik für Pkw sowie das Gemeinschaftsunternehmen ZF Lenksysteme AG dürften um zehn Prozent zulegen, ZF Sachs um fünf Prozent. Für die Branche rechnet Goll in Deutschland mit einem Wachstum der Pkw-Produktion von drei Prozent. In der gleichen Größenordnung werde sie weltweit zulegen. 2005 erwartet er hierzulande einen Schub um sechs und weltweit um vier Prozent.

Mit Getrieben (Antrieb) und Achsen (Fahrwerk) ist ZF 2003 Goll zufolge auf der Stelle getreten. ZF Lenksysteme, an der Bosch 50 % hält, gehörte mit der Elektrolenkung für BMW und der hydraulischen Lenkung dagegen schon in diesem Jahr zu den Wachstumstreibern im Konzern. Sie werde aber wegen hoher Forschungs- und Entwicklungskosten auch 2004 noch rote Zahlen schreiben.

Die Investitionsquote im ZF-Konzern müsse von zuletzt acht mittelfristig wieder auf sechs Prozent vom Umsatz sinken, die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung auf fünf von sechs Prozent reduziert werden, forderte der ZF-Chef. Der Preisdruck der Hersteller sei größer geworden, ihre Forderungen reichten bis zu Nachlässen von jährlich sechs Prozent über drei Jahre. Das könne kein Zulieferer schaffen, „das würde an die Existenz gehen“, mahnte Goll.

Die Mitarbeiterzahl im ZF-Konzern sei im laufenden Jahr um 1,5 % auf 53 500 gewachsen, sagte Goll. Mit Schwerpunkt in Deutschland seien 700 bis 800 neue Stellen geschaffen worden. ZF gehört zu 93,8 % der Zeppelin-Stiftung, deren Erträge zum großen Teil an die Stadt Friedrichshafen gehen.

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