Hoffnung auf 2004
K+S leidet unter hohen Kosten

Höhere Energie- und Personalkosten haben das Geschäft des Kasseler Düngemittelspezialisten K+S belastet.

HB KASSEL. Nach einem Gewinnrückgang in den ersten neun Monaten werde das Ergebnis deshalb auch im Gesamtjahr schrumpfen. „Der Überschuss wird 2003 etwa auf 90 bis 100 Millionen Euro sinken“, sagte Finanzchef Norbert Steiner am Donnerstag bei der Vorlage der Neun-Monatszahlen in Frankfurt. 2002 hatte K+S unter dem Strich 103,8 Millionen Euro verdient. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde 2003 ähnlich stark zurückgehen wie nach den ersten neun Monaten, wo das Minus bei 14 Prozent auf 96,6 Millionen Euro lag. Der Umsatz solle das Vorjahresniveau von 2,6 Milliarden Euro erreichen. Steiner verwies auf das noch ausstehende Wintergeschäft, durch das sich noch Abweichungen ergeben könnten. „Wir erwarten, 2004 die Ertragsdelle wieder aufzuholen“, blickte Vorstandschef Ralf Bethke voraus. Deutlicher aufwärts werde es dann 2005 gehen. Die im MDax gelistete Aktie verlor gegen den Trend 1,6 Prozent auf 19,38 Euro.

TARIFERHÖHUNGEN UND HÖHERE ENERGIEPREISE TREIBEN KOSTEN Die Personalkosten stiegen per Ende September um 2,3 Prozent - nach Darstellung von K+S ein Resultat von Tariferhöhungen und höheren Sozialversicherungsbeiträgen. Die Energiekosten wuchsen um 9,3 Prozent. Daran schuld sei das Erdgas, dessen Preis überwiegend an den zuletzt deutlich gestiegenen Ölpreis gekoppelt sei, teilte K+S mit. Der Nettogewinn sank von Januar bis September um sieben Prozent auf 83,1 Millionen Euro, während der Umsatz mit 1,7 Milliarden Euro stabil blieb. Nicht zuletzt habe der Rückgang des US-Dollar-Kurses zu Erlöseinbußen im Kaligeschäft geführt. Im dritten Quartal sei eine bislang sehr günstige Dollar-Sicherung ausgelaufen, die den Konzern bislang vor größeren Währungsausfällen bewahrt hatte.

Um die Ertragskraft der K+S-Gruppe wieder zu steigern, soll die aktive Preispolitik intensiviert werden. „Das heißt, dass wir im Interesse höherer Margen auch auf einzelne Geschäfte verzichten werden“, erläuterte Vorstandschef Bethke. Wegen abgelaufener Sonderprojekte und weiterer Einsparungen seien zudem deutlich niedrigere Investitionen geplant als die rund 129 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

GUTE NACHFRAGE BEI HOBBYGÄRTNERN - ENTSORGUNG ENTTÄUSCHT Im wichtigen Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte rechnet K+S mit einem deutlich schwächeren operativen Gewinn, vor allem wegen Vorleistungen für eine neue Lagerstätte an der Werra. Die Hobbygärtner-Sparte COMPO mit Produkten wie Düngern und Blumenerde konnte trotz Nässe im Frühjahr und extremer Trockenheit im Sommer den Umsatz verbessern. „Compo bleibt eine Erfolgsstory für uns“, sagte Bethke. Auch in den nächsten Jahren werde das Geschäft für die Hobbygärtner weiter wachsen. „Nicht zuletzt, weil oft das Geld für Urlaube nicht mehr da ist, und man sich mehr zu Hause beschäftigt.“ Der einzige Bereich, der enttäuschend verlaufe sei Entsorgung und Recycling. Hauptgrund sei eine sinkende Menge von Abfällen für Deponien unter Tage in Deutschland. Bei einem weiteren Geschäftszweig, der Sparte Salz, befinde sich die Gruppe bei dem Joint Venture European Salt Company (esco) in intensiven Gesprächen mit dem Partner Solvay zur Übernahme der restlichen 38 Prozent der Anteile. K+S, ehemals Kali und Salz, gehört nach eigenen Angaben zu den führenden Herstellern von kali- und magnesiumhaltigen Erzeugnissen für die Landwirtschaft sowie für industrielle Anwendungen und ist in Europa die Nummer Zwei unter den Feld- und Spezialdüngemittelproduzenten.

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