Hoffnung auf EU
Eon-Chef Bernotat will Frankreichs Strommarkt knacken

Deutschlands größter Energiekonzern setzt die Europäische Kommission unter Druck, um mehr Wettbewerb jenseits des Rheins zu erzwingen. Die Hoffnungen von Eon-Chef Wulf Bernotat richten sich dabei vor allem auf die neuen EU-Kommissare Günther Oettinger und Joaquín Almunia.
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DÜSSELDORF. Eon-Chef Wulf Bernotat attackiert offen die Marktmacht seiner Konkurrenten Electricité de France (EDF) und GDF Suez. "Der deutsche Markt ist heute viel offener als der französische", sagte Bernotat dem Handelsblatt. Seiner Meinung nach sollte die neue EU-Kommission einschreiten: "Ich könnte mir vorstellen, dass sich der nächste Wettbewerbskommissar jetzt eher Frankreich zuwendet." Dort gebe es "noch zu wenig Wettbewerb".

Der deutsche Energiekonzern setzt bei seinem Vorstoß auf zwei Schlüsselfiguren in Brüssel: den neuen Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia und den neuen Energiekommissar Günther Oettinger. Der Spanier gilt als konfliktbereit gegenüber Frankreich: Bereits in seiner bisherigen Funktion als Wirtschafts- und Währungskommissar kritisierte Almunia Pariser Forderungen nach einer lascheren Wettbewerbspolitik als "kein gutes Signal für Europa". Als Nachfolger der eisernen Niederländerin Neelie Kroes muss der Spanier über das Ermittlungsverfahren entscheiden, das seit 2007 gegen EDF läuft. Bis zum 4. Dezember sollten sich Europas Energiekonzerne zur Marktmacht von EDF äußern.

Rückenwind für ihre Forderungen erhofft sich die deutsche Energiebranche besonders von der Berufung Oettingers, der künftig für die strategische Ausrichtung der EU-Energiepolitik zuständig sein wird. Als Ministerpräsident Baden-Württembergs half der CDU-Politiker vor vier Jahren mit, den Einfluss von EDF beim deutschen Energiekonzern EnBW zu begrenzen: Durch eine indirekte Landesfinanzierung für die kommunalen Aktionäre sorgte Oettinger bei einer EnBW-Kapitalerhöhung dafür, eine Mehrheitsübernahme durch EDF zu verhindern.

Eon-Chef Bernotat ist frustriert über die starken Eingriffe der EU-Kommission in Deutschland. Die Brüsseler Behörde ermittelt seit drei Jahren gegen die Eon-Tochter Ruhrgas wegen ihrer Marktmacht im Gasgroßhandel. Zurzeit geht sie konkreten Hinweisen nach, dass das Unternehmen Wettbewerbern Kapazitäten in den Pipelines vorenthalten habe. Eon arbeitet nach Informationen aus Branchenkreisen an einem Kompromiss mit der Kommission und wird sich wohl verpflichten, Konkurrenten zusätzliche Kapazitäten zur Verfügung zu stellen.

Im deutschen Strommarkt musste Eon sich bereits vom Übertragungsnetz, den überregionalen Höchstspannungsleitungen, und 5 000 Megawatt Kraftwerkskapazitäten trennen, um ein EU-Kartellverfahren beizulegen. Jetzt verfügt Eon nur noch über einen Anteil von 15 Prozent an der Stromproduktion. Der französische Markt wird dagegen nach wie vor von den halbstaatlichen Konzernen EDF bei Strom und GDF bei Gas klar dominiert. Eon ist einer der wenigen ausländischen Wettbewerber, die sich überhaupt auf dem französischen Markt abmühen. Die Deutschen verfügen dort aber nur über einen Marktanteil von zwei Prozent. Damit ist Eon trotzdem die Nummer drei in Frankreich - aber mit riesigem Abstand: EDF kontrolliert knapp 80 Prozent des Marktes. Selbst der Chef des französischen Gasriesen GDF, Gérard Mestrallet, räumt ein: "Es stimmt, dass in keinem westlichen Land ein Wettbewerber mehr als 65 Prozent des Marktes kontrolliert. Das gibt es nur in Frankreich." Holger Alich/Jürgen Flauger

Kommentare zu " Hoffnung auf EU: Eon-Chef Bernotat will Frankreichs Strommarkt knacken"

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  • Weiter so! Nur noch verrückt. Alle rennen um die Wette, einer bleibt auf der Strecke. Kann er -Chef bernotat -nur hoffen dass er es nicht selber ist, der gute Eon Chef. Steckt doch schon im Sumpf bis bis zum Hals. Die letzten Zuckungen eines Größenwahnsinnigen. Dieser Größenwahnsinn vernichtet uns am Ende noch alle.
    An allen Ecken brennt es, doch die großen Töne werden nicht weniger. Haben die denn
    aus den letzten Jahren des Höhenrausches gar nichts gelernt? Werden wir den nur noch von Verrückten vertreten und regiert - in allen bereichen- egal wo? Die wirtschaften uns alle in Grund und boden. Ersticken alle in Schulden,brauchen schon permanent den Sauerstoffapparat, aber machen weiter, bis zum Gnadentod. Nicht zu fassen, was sich bei uns als
    Wirtschaftslenker tummelt. in diesem Sinne- weiter so und wir werden sehen, wo wir landen.
    Wo sind die Leute mit Vertand und Hirn? wo sind sie geblieben?

  • Nur noch verrückt. Alle rennen um die Wette, einer bleibt auf der Strecke.
    Kann er nur hoffen dass er es nicht selber ist, der gute Eon Chef. Steckt doch schon im Sumpf bis bis zum Hals. Die letzten Zuckungen eines Größenwahnsinnigen. Dieser Größenwahnsinn vernichtet uns am Ende noch alle.
    An allen Ecken brennt es, doch die großen Töne werden nicht weniger.
    Werden wir den nur noch von Verrückten vertreten und regiert-in allen bereichen- egal wo?

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