Hoffnung auf Rekordrenditen
Profite der Autozulieferer sprudeln

Der Aufschwung hievt die Zulieferer bereits in diesem Jahr über das Umsatzniveau von 2008, sagt eine Studie. Daraufhin erhöhten bereits so einige Firmen ihre Prognosen. 2010 soll das Jahr der Rekordrenditen sein.
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HAMBURG. Die wachsende Nachfrage nach Automobilen treibt das Geschäft der Zulieferer überraschend stark an. Die von Wirtschafts- und Branchenkrise in den vergangenen zwei Jahren gebeutelten 100 größten Unternehmen der Branche sollen bereits im laufenden Geschäftsjahr das Umsatzniveau von 2008 überschreiten. Das ist das Ergebnis einer Prognose ("Automotive Supplier Performance 2010") des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, die dem Handelsblatt vorliegt.

Die Gewinne sprudeln ebenfalls wieder, und immer mehr Zulieferer erhöhen wie am Montag Faurecia ihre Prognose. "Für die globalen Autozulieferer könnte 2010 sogar zum renditestärksten Jahr in ihrer Geschichte werden", sagt Studienleiter Stefan Bratzel, Autoprofessor an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Seinen Berechnungen zufolge werden die Zulieferer 2010 im Mittel Ebit-Margen zwischen sechs und sieben Prozent erreichen. 2009 hatten dagegen nahezu alle Branchengrößen erhebliche Verluste geschrieben. Im Aufschwung entfalten die Programme zur Kostensenkung ihre Wirkung.

Profiteure der steigenden Nachfrage vor allem in Asien und Amerika sind besonders die in den Krisenjahren massiv eingebrochenen japanischen und deutschen Anbieter. Einer der größten Autozulieferer weltweit, Continental aus Hannover, erreichte im ersten Halbjahr mit einer Rendite von acht Prozent das Niveau vor der Krise. 2008 kam Conti auf 6,9 Prozent Ebit-Marge.

Vom Autoboom profitieren auch kleinere Anbieter. Beispiel Preh: Das Unternehmen, 250 Mio. Euro Umsatz im Jahr 2009, habe die Krise "schneller als erwartet überwunden", sagte Michael Roesnick, Chef des Cockpit- und Sensoren-Spezialisten aus Bad Neustadt in Bayern, dem Handelsblatt. Für 2010 rechnet Preh mit einem Umsatzplus von 40 Prozent und nach einem Verlustjahr mit einem Ertrag "über dem Niveau von 2008".

Die Ausweitung der Kurzarbeit hat zu einer vergleichsweise geringen Reduzierung der Stammbelegschaften geführt. Das macht jetzt die hohe Dynamik möglich. Die deutschen Zulieferer haben im Schnitt 4,1 Prozent ihrer Belegschaft abgebaut, der Durchschnitt der Top 100 setzte 4,6 Prozent der Mitarbeiter frei. Dabei verloren die Deutschen deutlich mehr Umsatz als die Konkurrenten aus den USA.

Eine Hürde stellt aber der erhebliche Rückgang des meist schwachen Eigenkapitals der deutschen Zulieferer dar. "Die Eigenkapitalquote wird zunehmend kritisch und vermindert die strategische Flexibilität", sagt Branchenexperte Bratzel.

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