Auf dem gebeutelten deutschen Automarkt zeichnet sich eine Belebung der Nachfrage nach Neufahrzeugen ab. Das geht aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts hervor. Allerdings profitieren ausländische Hersteller stärker davon als deutsche.
Golf-Montagelinie im VW-Werk in Wolfsburg. Die deutschen Hersteller konnten im Januar auf ihrem Heimatmarkt zulegen. Foto: ap
HB FLENSBURG. Im Januar stieg die Zahl der Neuzulassungen zwischen Flensburg und Bodensee nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) um 10,5 Prozent auf 220 742 Fahrzeuge. In der Gunst der Käufer rangierten die fabrikneuen Autos der ausländischen Hersteller vor den Karossen aus heimischer Produktion. Gefragt waren bei anhaltend hohen Treibstoffkosten vor allem kleine und mittelgroße Autos.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) wertet die jüngste Zulassungsstatistik trotz der anhaltend schwachen Zulassungen von privaten Käufern als Silberstreif am Horizont. "Es gibt die Chance für einen günstigeren Jahresverlauf als 2007", sagte der Präsident des Verbandes der deutschen Hersteller, Matthias Wissmann, am Montag in Frankfurt. Die Auftragseingänge aus dem In- und Ausland hätten weiter zugenommen.
2007 war ein schwarzes Jahr für die Branche, die wegen der Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn so wenig Autos verkauft hatte wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Im Januar 2007 war die Zulassungszahl auf einen Tiefstand von 199 000 Autos gefallen. Im Gesamtjahr schrumpfte der Absatz auf dem größten europäischen Automarkt um neun Prozent auf 3,15 Mill. Fahrzeuge, da viele Autokäufe auf das Schlussquartal 2006 vorgezogen worden waren.
Auch die Autoimporteure machten sich nach dem ersten Verkaufsmonat im neuen Jahr Mut: "Das Neuzulassungsergebnis zeigt, wie erwartet, eine Markterholung", teilte der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) in Bad Homburg mit. Auch über das gesamte Jahr hinweg könne eine leichte Erholung erwartet werden, sagte Verbandschef Volker Lange. Der Markt habe sich jedoch noch nicht völlig normalisiert und hinke dem vergleichbaren Niveau von Januar 2006 noch hinterher, urteilte der von Herstellern wie Fiat, Renault
und Toyota
angeführte Importeurverband. Das belegen Zahlen des KBA: Demnach liegt der durchschnittliche Januar-Wert um drei Prozent höher.
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Im Januar vor zwei Jahren waren in Deutschland rund 223 100 Autos zugelassen worden, vor einem Jahr waren es nur knapp 200 000 Fahrzeuge. Im langjährigen Mittel werden im Januar nach Berechnungen des KBA gut 227 000 neue Auto zugelassen.
Bei den Neuwagenkäufern kamen zu Jahresbeginn die Importmarken besser an als die Autos der hiesigen Hersteller VW,
Audi,
BMW,
Mercedes
-Benz, Opel, Ford
und Porsche.
Bei den Zulassungszahlen legten die ausländischen Hersteller im Januar 15 Prozent auf 72 200 Fahrzeuge zu. Die Zahl der zugelassenen Autos deutscher Hersteller kletterte nur um neun Prozent auf 148 600. Damit schraubten die Importmarken ihren Marktanteil auf 37,6 Prozent (Vorjahr: 36,9 Prozent) nach oben.
Nach einer Studie des CAR an der FH Gelsenkirchen hielten sich die Händler im Januar mit Rabattaktionen zurück. Das Rabattniveau im deutschen Automarkt sei von 16,5 Prozent im Dezember 2007 auf 14,5 Prozent im Januar 2008 gesunken. Ohne den hohen Bestand an Tageszulassungen und Aktionszulassungen wäre das Rabattniveau laut Studie noch niedriger.
Der lange boomende Fahrzeugexport aus Deutschland in den Rest der Welt bekam im Januar dagegen einen Dämpfer. Jenseits der deutschen Grenzen wurden nach VDA-Angaben lediglich 346 700 Pkw verkauft, acht Prozent weniger als vor Jahresfrist. Vor allem auf dem umkämpften US-Markt blies der Wind den deutschen Autobauern hart ins Gesicht und lies die Verkaufszahlen von VW
und Porsche
zu Jahresbeginn regelrecht einbrechen. Der US-Automarkt ist zwar der weltweit größte, wird aber für die deutschen Hersteller wegen des starken Euro und der branchenweit üblichen hohen Rabatte zunehmend unattraktiver.

