Hoffnung für K+S im Kalistreit
Uralkali bekommt neuen Großaktionär

Der russische Produzent Uralkali bekommt einen neuen Großaktionär. Die Beteiligung von Milliardär Kerimow gibt dem Konkurrenten K+S im Kali-Streit über die Zukunft der russisch-weißrussischen Lieferallianz neue Hoffnung.
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MoskauIm Kali-Streit über die Zukunft der russisch-weißrussischen Lieferallianz gibt es neue Hoffnung für K+S. Der russische Produzent Uralkali bekommt einen neuen Großaktionär. Der russische Milliardär Sulejman Kerimow verkauft seinen knapp 22-prozentigen Anteil an den Oligarchen Michail Prochorow. Das teilte die von Prochorow kontrollierte Gesellschaft Onexim am Montag in Moskau mit. Laut russischen Agenturberichten liegt der Kaufpreis bei geschätzt 4,35 Milliarden US-Dollar (3,23 Mrd Euro).

Der Ausstieg von Uralkali aus einem Bündnis mit dem weißrussischen Konzern Belaruskali hatte Ende Juli für massive Verwerfungen am Kalimarkt gesorgt. Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner sitzt im autoritär regierten Weißrussland unter Hausarrest, weil er seine Befugnisse missbraucht haben soll. Die Justiz in Minsk hatte auch Anschuldigungen gegen Kerimow erhoben. Präsident Alexander Lukaschenko hatte den Verkauf von Kerimows Uralkali-Anteil zu einer Bedingung für die Auslieferung von Baumgertner an Russland gemacht.

Analysten zufolge öffnet der Ausstieg Kerimows nun die Tür für neue Verhandlungen zwischen Uralkali und Belaruskali. Damit könnte der Preisrutsch nicht so stark ausfallen wie zuletzt befürchtet.

An der Börse wurde die Nachricht über den neuen Investor bei dem größten Kalihersteller der Welt positiv aufgenommen. Die Aktie von K+S legte in einem schwachen Markt knapp zwei Prozent auf 20,95 Euro zu. Das im Dax notierte Papier war im Sommer nach dem Ende des Lieferkartells von Belaruskali und Uralkali innerhalb weniger Tage um 43 Prozent auf 15,02 Euro gefallen.

Der deutsche Hersteller wäre von einem Preisverfall wegen der hohen eigenen Produktionskosten besonders betroffen. Von seinem Tief am 6. August konnte sich das Papier jedoch wieder deutlich erholen und liegt jetzt noch rund ein Fünftel unter dem Niveau, das es vor der Ankündigung von Uralkali Ende Juli hatte.

Uralkali hatte mit der Aufkündigung des Joint Venture besonders den weißrussischen Partner Belaruskali verärgert. Kali ist einer der wichtigsten Devisenbringer des Landes.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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