Hoffnung ruht auf dem Auslandsgeschäft
Bahnindustrie brechen Aufträge weg

Die dramatisch sinkende Inlandsnachfrage nach Schienenfahrzeugen und Infrastruktur-Technik macht der deutschen Bahnindustrie zu schaffen.

BERLIN. Das Bestellvolumen des Großkunden Deutsche Bahn, aber auch der vielen kommunalen Verkehrsbetriebe, sei im vergangenen Jahr um 40 Prozent eingebrochen, berichtete der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) gestern in Berlin. Im laufenden Jahr seien 4 000 bis 6 000 Arbeitsplätze gefährdet.

„Nach dem reduzierten Auftragseingang 2004 rechnen wir in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang von zehn bis 15 Prozent. Entsprechend sinkt dann auch die Zahl der Mitarbeiter“, sagte Friedrich Smaxwil, VDB-Präsident und Bereichsvorstand bei Siemens Transportation. Für die kleineren Unternehmen habe die Entwicklung existenzielle Züge angenommen.

Die ganzen Hoffnungen liegen jetzt im Auslandsgeschäft. Es hat den einhundert Branchenunternehmen 2004 geholfen, noch einmal den im Vorjahr erzielten Rekordumsatz von 9,9 Mrd. Euro zu erreichen. Rückgänge im Inland seien durch Exporte kompensiert worden, sagte Smaxwil. Mit 45 Prozent habe die Industrie die bisher höchste Exportquote erzielt. Doch Großaufträge aus dem Ausland ließen sich nicht beliebig wiederholen.

Im Inlandsmarkt muss sich die Branche dagegen weiter auf leere Auftragsbücher einstellen. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn AG sagte auf Anfrage, nach den erheblichen Milliardeninvestitionen seit 1994 sei der unmittelbare Modernisierungsbedarf bei Fahrzeugen vorerst gedeckt. Bedarf bestehe allenfalls im Regionalverkehr. Dort würde die Bahn aber nur neue Züge bestellen, wenn sie bei den Ausschreibungen von Nahverkehrsleistungen den Zuschlag erhalte.

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