Hoffnungsschimmer für Nürnberg
Electrolux will über AEG-Werk verhandeln

Für das Nürnberger AEG-Werk mit 1 750 Beschäftigten gibt es wieder Hoffnung. Der Mutterkonzern Electrolux will nach den Protesten von Belegschaft und IG Metall erneut über die Zukunft des Betriebs verhandeln.

dpa-afx NÜRNBERG. Entgegen ursprünglichen Planungen soll am 24. Oktober im Electrolux-Aufsichtsrat noch nicht über die Schließung des Werks entschieden werden. Der schwedische Konzern habe das deutsche AEG-Management beauftragt, Anfang der kommenden Woche Gespräche über weitere Kosteneinsparungen aufzunehmen, berichtete Jürgen Wechsler von der IG Metall in Nürnberg am Donnerstag.

Der Europa-Vorstand von Electrolux, Johann Bygge, bestätigte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", dass der Konzern weiterhin nach Wegen suche, um zumindest Teile der Fertigung in Nürnberg zu behalten. Allerdings sei die komplette Schließung noch immer eine "starke Möglichkeit". Electrolux nehme den Beschluss "ungeheuer ernst" und wolle sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen, sagte Bygge.

Bei den neuen Gesprächen im AEG-Wirtschaftsausschuss, die am 17. Oktober beginnen sollen, gehe es nicht um einen weiteren Beitrag der Beschäftigten, betonte Wechsler. Vielmehr solle nach Möglichkeiten gesucht werden, die weiteren Fixkosten am Standort Nürnberg zu verringern. Electrolux sei offensichtlich auch bereit, über Innovationsprojekte für das AEG-Werk zu sprechen. Nach Angaben von Betriebsratschef Harald Dix könnten neue Fertigungsmethoden zu enormen Einsparungen bei den Materialkosten führen, die rund 75 Prozent der Produktionskosten ausmachten.

Wechsler wertete das Gesprächsangebot als Erfolg für die Belegschaft, die das AEG-Werk in der vergangenen Woche aus Protest gegen die Schließungspläne 24 Stunden lang blockiert hatte. "Ich sehe Chancen, die Entscheidung zu kippen." Andererseits sei nicht auszuschließen, dass die Beschäftigten lediglich hingehalten werden sollten. "Die Kuh ist nicht vom Eis", sagte der Gewerkschafter, der auch im Aufsichtsrat von AEG Deutschland sitzt. Entsprechend gespalten sei die Meinung in der Belegschaft.

"Die IG Metall will die Verhandlungen konstruktiv begleiten", sagte Wechsler. Eine Verzögerungstaktik werde man sich nicht bieten lassen. "Es muss noch in diesem Jahr eine Entscheidung geben." Parallel zu den Gesprächen werde die IG Metall weitere Proteste planen. So soll es demnächst einen europäischen Aktionstag an allen Electrolux-Standorten geben.

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