Hoffnungsträger mit Startproblemen
Boeing sieht Dreamliner auf Kurs

Boeings Programmchef Pat Shanahan hat seinem Hoffnungsträger 787 einen aggressiven Zeitplan verordnet: Um schon Ende kommenden Jahres die erste Maschine ausliefern zu können, will er ein halbes Dutzend Testmaschinen rund um die Uhr fliegen lassen. Doch nachdem schon der Erstflug verschoben werden musste, bleiben Zweifel an den ehrgeizigen Vorgaben.

MÜNCHEN. Das Krisenmanagement bei Boeing scheint zu greifen: Keine acht Wochen nachdem das Unternehmen den Erstflug des Hoffnungsträgers 787 verschieben musste, bestätigte der Flugzeughersteller am Dienstag den revidierten Auslieferungsplan. Demnach will Boeing bis Ende 2009 109 Maschinen ausliefern. Der Erstflug ist nach wie vor für das Ende des ersten Quartals geplant.

„Das ist ein aggressiver Zeitplan, aber wir haben derzeit allen Grund, zuversichtlich zu sein“, sagte Pat Shanahan am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Shanahan ist seit Oktober für den „Dreamliner“ verantwortlich und versucht mit Hochdruck eine Krise von Boeing abzuwenden. Nach dem revidierten Plan soll im November oder Dezember kommenden Jahres soll die erste Maschine an die japanische All Nippon Airlines ausgeliefert werden.

Dennoch steht Boeing vor gewaltigen Herausforderungen: Für die Flugtests und die Zulassung der US-Luftfahrtbehörde bleiben im kommenden Sommer nur wenige Wochen. Derzeit kann niemand sagen, welche Probleme sich bei dem Zusammenspiel von Software und Flugsteuerungen ergeben, die Boeing derzeit nur im Simulator testen kann. Ein halbes Dutzend Maschinen will Shanahan rund um die Uhr fliegen lassen und die Ergebnisse simultan am Boden auswerten – ein in der Luftfahrtgeschichte einzigartiges Unterfangen.

Doch die Zeit drängt, der „Dreamliner“ hat eine magische Wirkung auf den Markt. Schon vor dem Erstflug liegen nach Aussagen von Boeing-Vize Scott Carson 762 Bestellungen von 52 Fluggesellschaften vor. „Es ist das richtige Flugzeug zur richtigen Zeit“, frohlockte Carson mit Blick auf den deutlichen Vorsprung gegenüber dem Erzrivalen Airbus.

Auch mit dem revidierten Zeitplan liegt Boeing noch deutlich vor den Europäern. Deren mehrfach überarbeitete A350 XWB kommt frühestens 2013 auf den Markt. Doch auch der Dreamliner-Konkurrent ist schon ein Verkaufsschlager. Airbus meldet zum Jahresende fast 300 Festbestellungen.

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