Hoffnungsträger Xofigo
Großbritannien lehnt Bayer-Krebsmedikament ab

Bayer hat für das Krebsmedikament Xofigo eine ganze norwegische Firma übernommen. Doch jetzt gibt es Probleme: Die britische Gesundheitsbehörde will den Stoff nicht zulassen. Der Pharmakonzern gibt aber nicht auf.
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LondonDie britischen Gesundheitsbehörden haben sich gegen den Einsatz des Bayer-Krebsmedikaments Xofigo im staatlichen Gesundheitswesen ausgesprochen. Bayer habe keine Informationen dazu geliefert, wie gut die Arznei im Vergleich zu anderen Medikamenten abschneidet, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Richtlinien-Entwurf des National Institute for Health and Care Excellence (NICE). „Wir müssen zuversichtlich sein, dass die Vorteile die beträchtlichen Kosten rechtfertigten“, erklärte NICE-Chef Andrew Dillon. Eine Behandlung mit Xofigo kostet fast 30.000 Euro.

Das Präparat zählt bei Bayer zu den wichtigsten Neuentwicklungen und soll dem Konzern insgesamt Einnahmen von mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr bringen. Nach Aussagen einer Bayer-Sprecherin ist die Entscheidung der britischen Behörde nicht endgültig. Es gebe noch weitere Anhörungen, an denen Bayer sich beteiligen werde. Im Leitindex Dax gehörten die Bayer-Papiere mit einem Minus von zwei Prozent zu den größten Verlierern.

Bayer hatte erst im Februar die milliardenschwere Übernahme der norwegischen Pharmafirma Algeta perfekt gemacht, um sich die volle Kontrolle über Xofigo zu sichern. Für den Krebsspezialisten aus Oslo zahlt Bayer insgesamt 2,1 Milliarden Euro. Mit dem Kauf von Algeta kann Bayer künftig alle Einnahmen mit dem Mittel für sich verbuchen. Xofigo gibt radioaktive Alphastrahlung ab und soll so gezielt gegen Krebszellen in den Knochen wirken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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