Hohe Altlasten
Regierungskoalition bremst Börsenpläne der RAG

In der Regierungskoalition wächst die Skepsis gegenüber den Börsenplänen des Mischkonzerns RAG. „Nach unserer Einschätzung liegen die Altlasten deutlich über den Einnahmen, die durch einen Börsengang realisiert werden können“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Laurenz Meyer (CDU), dem Handelsblatt.

BERLIN. Die Politik müsse „genau und unvoreingenommen prüfen, welche Alternativen es gibt“. Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rainer Wend, betonte, die Frage des Börsengangs sei „derzeit nicht entscheidungsreif“.

RAG-Chef Werner Müller plant, den „weißen Bereich“ der ehemaligen Ruhrkohle AG (Chemie, Immobilien, Kraftwerke) im Ganzen an die Börse zu bringen. Der Erlös soll in eine Stiftung eingebracht werden. Aus den Erträgen der Stiftung sollen die Altlasten des Bergbaus – Bergschäden und Pensionen – finanziert werden. Der Bund und das Land NRW sorgen sich, dass der Konzern unter Wert verkauft werden könnte und die Einnahmen nicht ausreichen, um die Altlasten zu tragen.

Nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen treffen sich am Freitag Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, RAG-Chef Müller, der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU), Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) in Berlin, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

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