Hohe Erwartungen
Norddeutsche Affinerie schrammt an Rekordergebnis vorbei

Europas größter integrierter Kupferkonzern Norddeutsche Affinerie hat wegen gestiegener Steueraufwendungen im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz einer robusten globalen Nachfrage das Rekordergebnis des Vorjahres knapp verfehlt.

dpa-afx HAMBURG. Der Überschuss sei 2005/2006 (Ende September) auf 60 Mill. von 61 Mill. Euro im Vorjahr gesunken, teilte die im MDax gelistete Gesellschaft am Dienstag in Hamburg nach vorläufigen Berechnungen mit. Der Umsatz schnellte auf 5,753 (Vorjahr 3,022) Mrd. Euro in die Höhe. Hauptgrund war der kräftig gestiegene Kupferpreis. Dieser ist bei der NA aber nur ein durchlaufender Posten.

Der Konzern verfehlte die Ertragserwartungen. Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Experten hatten im Schnitt bei einem Umsatz von 5,61 Mrd. Euro einen Überschuss von 63,5 Mill. Euro erwartet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte im Berichtszeitraum auf 111 (99,3) Mill. Euro. Die befragten Experten waren von 116,6 Mill. Euro ausgegangen. Das Vorsteuerergebnis erhöhte sich auf 103 (90) Mill. Euro. NA-Aktien standen vorbörslich leicht unter Druck.

Kupfererzeugung und -verarbeitung trugen dem Konzern zufolge gleichermaßen zu dem "sehr erfreulichen Jahresergebnis" bei. Auch die Aktionäre sollen über eine höhere Dividende am Wachstum teilhaben. Die NA strebe für das abgelaufene Gechäftsjahr eine Dividendenerhöhung auf 1,05 (1,00) Euro je Aktie an. Die befragten Experten hatten im Schnitt allerdings 1,10 Euro erwartet.

Für das kommende Jahr zeigte sich Konzern-Chef Werner Marnette laut Mitteilung optimistisch: "Die Ergebnissituation in den ersten Monaten lässt bereits den Schluss zu, dass die NA auch im neuen Geschäftsjahr 2006/07 eine sehr gute Entwicklung nehmen wird." Die kräftige Nachfrage nach Kupfer und Kupferprodukten werde andauern. Der Kupferpreis dürfte auf einem hohen Niveau bleiben. Die Rohstoff- und Produktmärkten dürften sich weiterhin erfreulich entwickeln und der Ergebnisbeitrag der wichtigsten Produktgruppen der NA im Draht- und Bandbereich werde sich tendenziell weiter verbessern.

Das positive wirtschaftliche Gesamtbild werde durch die dramatische Entwicklung auf den deutschen Energiemärkten beeinträchtigt, hieß es. Dieser Fehlentwicklung trete die NA insbesondere durch den Bau eines eigenen Kraftwerks entgegen. Die Inbetriebnahme sei für die zweite Jahreshälfte 2009 vorgesehen. Durch das Kraftwerk werde sich die Stromkostenbelastung am Standort Hamburg halbieren.

Darüber hinaus arbeite der Konzern weiter "mit Nachdruck" an internen und externen Wachstumsschritten. Intern stehe der Ausbau der Konzentratverarbeitung auf 1,5 Mill. Tonnen pro Jahr und die Verstärkung des Recyclinggeschäfts im Vordergrund. Darüber hinaus verfolge die NA "sehr intensiv" Optionen zur Internationalisierung des Geschäfts und für den Eintritt in wachstumsstarke Regionen. "Wir gehen heute davon aus, dass sich im Laufe des Jahres 2007 konkrete Schritte ergeben werden", hieß es in der Mitteilung.

Die NA stellt mit weltweit 3 225 Mitarbeitern aus Kupfererz reines Kupfer her und verarbeitet es weiter zu Produkten, die beispielsweise in der Auto-, Elektro- und Bauindustrie verwendet werden.

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