Hohe Kosten könnten das Programm gefährden
Raytheon greift in Wettbewerb um Nato-Bodenradar ein

Das Rennen um den Auftrag für das Nato Bodenüberwachungssystem AGS wird spannend. Kurz bevor die beteiligten Unternehmen des Konsortiums TIPS Ende November bei der Nato ihr Konzept für das rund 3,15 Mrd. Euro teure System abgeben müssen, ist ein neuer Wettbewerber auf den Plan getreten. Der US-Konzern Raytheon geht gemeinsam mit der britischen BAE Systems und Bombardier Aerospace ins Rennen.

BERLIN. Mit dabei im von Raytheon angeführten CTAS-Konsortium (Cooperative Transatlantic Alliance Ground Surveillance) ist seit vergangenen Freitag auch die Siemens Tochter Siemens Business Services AG. Ein weiterer großer deutscher Konzern wolle ebenfalls in den nächsten Tagen dazu stoßen, heißt es bei Raytheon.

CTAS tritt mit ihrem Konzept gegen TIPS (Transatlantic Industrial Proposed Solution) an: Hinter dem Kürzel verbirgt sich ein Konsortium um EADS, Northrop Grumman, Thales und General Dynamics, die nach eigenen Angaben inzwischen Vereinbarungen mit weiteren 60 Firmen aus 17 Ländern geschlossen haben. Über lange Zeit war TIPS der einzige Bewerber für den Auftrag, der die Nato-Staaten bereits seit gut zehn Jahren beschäftigt. Seit dem Gipfeltreffen in Prag im November 2002 ist aber klar: Das AGS hat eine Top-Priorität und soll ab 2007 angeschafft werden.

Ziel ist es neben dem Aufklärungssystem Awacs, das den Luftraum kontrolliert, ein Äquivalent für die Überwachung von Aktivitäten auf dem Boden zu bekommen. Darin sollen auch bereits bestehende nationale Systeme wie das britische Astor oder das französische Horizon integriert werden.

Über viele Jahre kam das transatlantische Mega-Projekt vor allem wegen politischer Hindernisse nicht in die Gänge: Herzstück des Systems ist das in einem Flugzeug untergebrachte Radar. Weltweit führend in diesem Bereich waren lange Zeit die Amerikaner. Doch die haben äußerst restriktive Gesetze gegen den Transfer sensibler Technologien - zum Schaden der transatlantische Kooperation. Die Lösung ist nun, gemeinsam ein völlig neues Radar (TCAR) zu bauen. Daran feilen zurzeit Branchengrößen wie Northrop, Raytheon, EADS oder Thales. Wer immer im nächsten Jahr den Zuschlag für den 350 Mill. Euro schweren Entwicklungsauftrag für AGS erhält, darf auch die Systemführerschaft bei der Entwicklung des sensiblen Radar übernehmen.

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