Hohe Kunststoffpreise
Dow Chemical legt Gewinnsprung hin

Der amerikanische Chemieriese Dow Chemical verbucht im ersten Quartal dank steigender Kunststoffpreise eine kräftige Gewinnsteigerung. Die Überschüsse eines nationalen Konkurrenten brachen in der gleichen Zeit ein.
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BangaloreAmerikas größter Chemiekonzern Dow Chemical erntet die Früchte seines Sparkurses und seiner stärkeren Ausrichtung auf weniger schwankungsanfällige Geschäfte. Der BASF-Rivale aus Midland im US-Bundesstaat Michigan baute seinen Gewinn im ersten Quartal binnen Jahresfrist um 75 Prozent auf 964 Millionen Dollar aus, wie Dow Chemical am Mittwoch mitteilte. Dabei profitierte der Chemieriese unter anderem von höheren Preisen für seine Kunststoffe.

Konzerchef Andrew Liveris meldete für fast alle Sparten gestiegene Gewinnmargen im Auftaktquartal. An der Börse kam das Zahlenwerk gut an: Die Dow-Aktie gewann mehr als zwei Prozent auf 49,99 Dollar.

Dow Chemical steckt mitten in einem Umbauprozess. Der Konzern will sich künftig stärker auf seine Kerngeschäfte mit Chemikalien für die Elektronikbranche, die Landwirtschaft und Verpackungsindustrie konzentrieren. Dabei steht Dow auch unter dem Druck des Hedgefonds-Managers Daniel Loeb, der das Unternehmen auf die Spezialchemie ausrichten will und einen Verkauf der gesamten Petrochemie-Sparte fordert.

Dieses Basischemie-Geschäft ist zwar lukrativ, hat aber geringe Wachstumsraten. Konzernchef Liveris lehnt eine solche radikale Aufspaltung aber ab. Stattdessen will Liveris bis Ende 2015 Randgeschäfte für 4,5 bis 6,0 Milliarden Dollar verkaufen.

Seinen Konzernumsatz baute der Dow Chemical im ersten Quartal um 0,5 Prozent auf 14,46 Milliarden Dollar aus. Das Unternehmen kämpfte im Auftaktquartal mit steigenden Rohstoff- und Energiekosten - sie nahmen binnen Jahresfrist um mehr als 300 Millionen Dollar zu. Zum weiteren Jahresverlauf äußerte sich Dow-Chef Liveris eher vorsichtig. „Nach vorne schauend erwarten wir ein globales Geschäftsumfeld mit weiterhin langsamem Wachstum und Schwankungen“, sagte der Manager. Schritte zur Margenverbesserung würden sich aber weiter auszahlen. Dow hatte Ende 2012 rund fünf Prozent seiner Stellen gestrichen und weltweit 20 Werke geschlossen.

In der vergangenen Woche hatte der US-Konkurrent Du Pont über einen herben Gewinneinbruch im ersten Quartal berichtet. Branchenprimus BASF will am 2. Mai über seine Geschäfte in den Monaten Januar bis März informieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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