Hohe Lagerbestände befeuern Rabattschlacht
BMW fürchtet harten Preiskampf

Der BMW-Konzern fürchtet eine Ausweitung der Rabattschlacht bei Edelkarossen. "Die Preise werden weiter unter Druck bleiben", sagte BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichiner am Mittwoch in München. "Wir müssen ein Stück mitgehen, um nicht Marktanteile zu verlieren." BMW geht zwar davon aus, dass sich der Markt gegen Ende des Jahres beruhigen werde. Dennoch stelle die fortschreitende Rabattschlacht ein weiteres "Ergebnisrisiko" dar.

MÜNCHEN. Im ersten Quartal des Jahres ist BMW wie erwartet in die roten Zahlen gerutscht. Der Umsatz ging um 13 Prozent zurück, der Verlust nach Steuern lag bei 152 Mio. Euro. Auch für den April sieht es nicht besser aus: Der Absatz der Kernmarke BMW liegt mit 23 bis 24 Prozent unter Vorjahr, sagte Konzernchef Norbert Reithofer. Eine Prognose für 2009 gibt das Management nicht. Dennoch zog die BMW-Aktie im Dax zunächst stark an: Die Börse hatte mit Schlimmerem gerechnet.

Rabatte bis zu 30 Prozent keine Seltenheit

Rabatte auf Oberklassenlimousinen von bis zu 30 Prozent sind keine Seltenheit, heißt es in der Branche. Vor allem die Limousinen der 5er-Reihe der Marke BMW sind derzeit schwer verkäuflich, bei Audi leiden die Verkäufe von A6 und A8, bei Daimler drängen sich die Limousinen der S- und der R-Klasse auf den Höfen.

Die Abwrackprämie, die den Automarkt in Deutschland in den vergangenen Monaten belebt hat, geht an den Premiumherstellern vorbei. BMW konnte über die Prämie bislang 15 000 Autos der Marken BMW und Mini verkaufen, das entspricht einem Bruchteil der Verkäufe von VW oder Opel. Dabei legte BMW zuletzt bei den Einstiegsmodellen der 1er-Reihe auf die Abwrackprämie selbst noch 2 500 Euro drauf.

Während sich BMW und Audi über die Höhe ihrer Hofbestände ausschweigen, schockierte Daimler in der vergangenen Woche mit der Aussage, dass derzeit 200 000 Mercedes auf Halde stehen. Das entspricht der - gekürzten - Daimler-Produktion des ersten Quartals. Auf dem wichtigen US-Markt erreichten im April Rabatte für Oberklassenlimousinen neue Höchststände. Allein BMW legte nach Berechnungen des Marktforschungsinstituts Autodata über 5 000 Dollar pro Fahrzeug drauf, 16 Prozent mehr als im April des Vorjahres. Konkurrent Daimler stockte seine durchschnittlichen Rabatte um 57 Prozent auf, Audi bei weit geringeren Stückzahlen rund zehn Prozent.

"Der Preiskampf im Premiumsegment wird sich verschärfen", sagt Arndt Ellinghorst von Credit Suisse. "Die Branche hat jahrelang ihre Produktion zu günstig in den Markt gedrückt, das geht jetzt nicht mehr", sagt der Analyst. Dennoch bescheinigt Ellinghorst BMW ein gutes Krisenmanagement.

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