Hohe Nachfrage nach dem 5er Modell
BMW zieht Streikkonsequenzen

Drei Wochen nach dem Ende der Metaller-Streiks im Osten hat der BMW-Konzern erstmals ein klares Bekenntnis zum Standort Leipzig abgelegt. In dem neuen Werk würden wie ursprünglich geplant 5000 Arbeitsplätze geschaffen, sagte Personalvorstand Ernst Baumann am Dienstagabend in München.

HB/dpa MÜNCHEN. „Was wir innerhalb der Werksgrenzen angekündigt haben, das wird auch kommen.“ Allerdings werde man zusätzliche Aufträge für Getriebe verstärkt an einen westdeutschen Zulieferer vergeben statt an die brandenburgische ZF. Baumann hatte während der Streiks bei ZF eine Überprüfung des Engagements im Osten angekündigt. BMW-Chef Helmut Panke sagte, der Konzern rechne wegen der hohen Nachfrage nach dem neuen 5er-Modell für dieses Jahr weiterhin mit einem Rekordabsatz bei allen Konzernmarken.

Bei BMW läuft der Job-Motor weiter rund. Seit Jahresbeginn seien in Deutschland 1800 neue Arbeitsplätze geschaffen worden, sagte Baumann. Für das Leipziger Werk seien bisher 1000 Menschen eingestellt worden. Die meisten von ihnen werden derzeit in den BMW- Stammwerken geschult. Während der Metaller-Streiks war spekuliert worden, der weiß-blaue Autobauer werde das Werk nicht so stark ausbauen. In den Anträgen für EU-Beihilfen waren deutlich weniger Arbeitsplätze als die 5000 geplanten fest zugesagt worden, daher hat BMW theoretisch Spielraum nach unten.

Auch BMW-Chef Panke sagte: „Wir stehen zu Leipzig.“ Es zeichne sich jetzt wieder ein Konsens der Tarifparteien ab, der auch für spätere Erweiterungen notwendig sei. Der Osten habe noch immer einen Produktivitätsnachteil. Dieser werde durch die längeren Arbeitszeiten teilweise ausgeglichen. Baumann betonte aber, BMW sei nicht grundsätzlich gegen die spätere Einführung einer 35-Stunden-Woche.

Ein Verlierer des Streiks könnte die ZF-Tochter in Brandenburg sein, von der BMW seine Getriebe für die 3er-Reihe bezieht. Es sei kritisch, die Getriebe nur von einem Zulieferer zu beziehen, sagte Baumann. Daher solle die schwäbische Getrag AG zweites Standbein werden. Dies sei ohnehin für Produktionsspitzen geplant worden. Nun werde man bei künftigem Wachstum aber gezielt Aufträge an Getrag geben. „Wir wollen ZF nicht bestrafen und auch keine Aufträge abziehen.“ Das Unternehmen werde aber möglicherweise langsamer wachsen, als dies vor den Streiks absehbar gewesen sei.

BMW musste wegen der Streiks bei ZF seine Produktion zeitweise stilllegen. Laut Konzernangaben konnten 10 700 Fahrzeuge der 3-Reihe nicht produziert werden. Es steht immer noch nicht fest, wie der Rückstand aufgeholt wird.

Panke sagte, er sei „sehr zuversichtlich“, dass der Konzern seine Rekordziele in diesem Jahr erreicht. Vertriebschef Michael Ganal zeigte sich mit dem Auftragseingang für den neuen 5er sehr zufrieden. Im Juli wolle der Konzern im Anlauf 16 000 Stück produzieren. „Wir haben überhaupt keine Probleme, die Orders dafür beizubringen.“

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