Hohe Stahlpreise und Zinsen belasten
Vossloh verdient weniger

Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh hat im dritten Quartal trotz eines Umsatzanstiegs weniger verdient als im Vorjahr. Die Gewinnerwartungen für das gesamte Geschäftsjahr wurden zudem nochmals leicht zurückgeschraubt.

HB DÜSSELDORF. „Das Ebit dürfte bei etwa 90 Mill. € liegen“, kündigte Vossloh am Dienstag in Werdohl an. Hohe Stahlpreise, Restrukturierungskosten und gestiegene Zinsaufwendungen belasteten die Ertragslage des Konzerns. Hinzu komme die schwierige Marktlage der Bahnindustrie in Deutschland. Ende Juli hatte der Konzern bereits seine Erwartungen für den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) leicht auf gut 91 (Vorjahr: 105,3) Mill. € von ursprünglich 93,4 Mill. € zurück genommen.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei allein im dritten Quartal von 31,4 Mill. € im Vorjahr auf 23,4 Mill. € gesunken, teilte das Unternehmen mit. Der Umsatz kletterte von 234,4 Mill. auf 272,8 Mill. € (Prognose: 273,7 Mio). Unter dem Strich verdiente Vossloh im Drei-Monats-Zeitraum 12,2 Mill. € nach 18,2 Mill. € im Vorjahr.

Die Planungen für den Nettogewinn von 47 (57,2) Mill. € behielt Vossloh ebenso bei wie die für den Umsatz, der 2005 um 19 % auf rund eine Milliarde Euro steigen soll. Die schwache Entwicklung im Inland werde durch zusätzliche Volumina in Frankreich und Spanien ausgeglichen, hieß es. So sei allein in den ersten neun Monaten der Anteil der in Deutschland erzielten Erlöse auf 20,8 von 30,8 % im Vorjahr zurückgegangen. Gleichzeitig hätten sich die Volumina in Frankreich deutlich erhöht, wo nunmehr ein Viertel (20,6 %) der Konzernumsätze erzielt werde.

Bei einem Umsatzanstieg um 11,3 % auf 711,9 (642,7) Mill. € sei im Zeitraum Januar bis September der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um rund elf Prozent auf 59,9 (Vorjahr: 67,5) Mill. € geschrumpft. Der Nettogewinn sank auf 28,8 (37,5) Mill. €. Als Gründe dafür nannte Vossloh neben den hohen Stahlpreisen und Restrukturierungskosten die um etwa drei Mill. € auf 13,9 Mill. € gestiegenen Zinsaufwendungen. Diese stünden im Zusammenhang mit der Finanzierung des Erwerbs der Lokfabrik in Valencia. Daneben hätten die im Mai gezahlte Dividende sowie Investitionen von 21,4 Mill. € zu einem Anstieg der Nettofinanzschuld gegenüber dem Jahresende um 77,4 Mill. auf 248,5 Mill. € geführt.

Mit den veröffentlichten Zahlen verfehlte Vossloh die Schätzungen der Experten leicht, die im Schnitt einen Jahresumsatz von 712,3 Mill. erwartet hatten sowie ein Ebit von 61,9 Mill. und einen Überschuss von 30,1 Mill. €.

Die leichten Abweichungen wollte Analyst Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe aber nicht überwertet wissen. Wichtiger sei, ob die Restrukturierungen und Neuerwerbungen in den kommenden Jahren Früchte tragen, sagte er. Die imm Nebenwerteindex MDax notierten Aktie lagen mit 43,38 € zwei Prozent im Minus.

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