Hohe Stromkosten machen den Betrieb unwirtschaftlich
Norsk Hydro prüft Schließung der Aluminiumhütte in Stade

Der norwegische Energie- und Aluminiumkonzern Norsk Hydro erwägt angesichts steigender Energiekosten in Deutschland eine Schließung seiner Aluminiumhütte im niedersächsischen Stade. „Wenn wir in den laufenden Verhandlungen mit unserem Stromlieferanten kein befriedigendes Ergebnis erzielen, ist der Standort ernsthaft bedroht“, sagte Jon-Harald Nilsen, Executive Vice President Hydro Aluminium, dem Handelsblatt am Rande der Branchenmesse „Aluminium“ in Essen. Von der Schließung wären 450 Mitarbeiter betroffen.

HB ESSEN. Die Hütte gehört seit 2002 Norsk Hydro. Die Norweger kauften damals die Bonner VAW Aluminium AG vom Energiekonzern Eon. Mit der Übernahme stieg Norsk Hydro, gemessen am Umsatz, zum weltweit drittgrößten Erzeuger und Weiterverarbeiter des Leichtmetalls auf und löste eine Konzentrationswelle unter den Anbietern aus. Die Plätze eins und zwei belegen der US-Konzern Alcoa und das kanadische Unternehmen Alcan, das 2003 die französische Pechiney übernahm.

Strom bezieht Stade von RWE. Der aktuelle Stromlieferungsvertrag läuft aber Ende 2005 aus, sagte Nilsen. Wegen des starken Anstiegs der Strompreise in den vergangenen Jahren dürfte sich jedoch der Strombezug ab 2006 erheblich verteuern. Albert Boehlke, Sprecher der Werksleiter von Hydro Aluminium in Stade, macht eine einfache Rechnung auf: „Wenn der Strompreis um einen Cent steigt, erhöhen sich unsere Kosten um zwölf Millionen Euro pro Jahr.“ Bei der Aluminiumproduktion werden riesige Mengen Strom verbraucht – in Stade pro Jahr rund 1,2 Milliarden Kilowattstunden. Nach einer Faustformel machen die Energiekosten rund ein Drittel der Herstellungskosten aus.

Nilsen wollte sich zu den aktuellen Verhandlungen mit RWE nicht weiter äußern. Er stellte allerdings klar, dass ein Preis von 3,8 bis 4 Cent pro Kilowattstunde, zu dem Lieferungen im Jahr 2005 aktuell an der Strombörse EEX in Leipzig gehandelt werden, „definitiv zu hoch ist“, um in Stade auch in Zukunft schwarze Zahlen zu schreiben.

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