Hohen Rohstoffkosten getrotzt
Degussa überrascht Analysten

Trotz gestiegener Rohstoffkosten und des schwachen Dollars hat der Spezialchemiekonzern Degussa im zweiten Quartal 2004 mehr verdient als noch vor einem Jahr und die Erwartungen der Analysten übertroffen.

HB DÜSSELDORF. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen trotz gestiegener Rohstoffpreise im Kerngeschäft weiterhin mit leichten Zuwächsen beim operativen Ergebnis und Umsatz. Das Geschäft des Düsseldorfer Konzerns habe sich von April bis Juni sehr erfreulich entwickelt, sagte Degussa-Chef Utz-Hellmuth Felcht am Montag. „Alle Unternehmensbereiche konnten Umsatz und Ergebnis bei hoher Mengennachfrage spürbar steigern.“ So sei der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im zweiten Quartal auf 264 Mill. € nach 221 Mill. € im Jahr zuvor gestiegen. Der Gewinn unterm Strich habe bei 102 (Vorjahr: 38) Mill. € gelegen, der Umsatz bei 2,914 (2,817) Mrd. €. Auch im ersten Halbjahr steigerte Degussa seinen operativen Gewinn deutlich.

Damit übertraf das seit Anfang Juni mehrheitlich zu dem Bergbau- und Chemiekonzern RAG gehörende Unternehmen die Erwartungen der Analysten deutlich. Die Experten hatten für das zweite Quartal im Durchschnitt mit einem Ebit von 236 Mill. € sowie einem Überschuss von 85 Mill. € und einem Umsatz von 2,749 Mrd. € gerechnet. „Die Ergebnisse waren deutlich besser als erwartet“, sagte BayernLB-Analyst Michael Butscher. Insbesondere hätten die Geschäftsbereiche Bauchemie, aber vor allem Fein- und Industriechemie positiv überrascht. Dennoch notierten die im MDax gelisteten Degussa-Aktien am Montag schwächer.

„Alles in allem halten wir unverändert an unserem Ausblick für das Geschäftsjahr 2004 fest und erwarten für unser Kerngeschäft eine leichte Steigerung bei Umsatz und operativem Ergebnis“, sagte Felcht. Dennoch sei er für die weitere Entwicklung in diesem Jahr nur „verhalten optimistisch“. Zwar erwarte er eine Fortsetzung der weltweiten konjunkturellen Erholung. „Jedoch werden sich die zuletzt deutlich gestiegenen Rohstoffkosten dämpfend auf das operative Ergebnis im zweiten Halbjahr auswirken.“ Zudem belaste der anhaltend starke Euro, auch wenn sich der Währungseffekt im Vergleich zum Vorjahr abschwächen werde.

Trotz der von Analysten als stark eingestuften Zahlen lag die Aktie gegen Mittag 1,5 % im Minus. „Eine Erklärung dafür könnte sein, dass die Unsicherheiten bei den Rohstoffpreisen bestehen bleiben“, sagte Analyst Karl-Heinz Scheunemann vom Bankhaus Metzler.

Experte Butscher verwies darauf, dass die Aktie generell zu wenig gehandelt werde. „Der Freefloat muss hoch, dann wird die Aktie wieder interessanter, vielleicht auch als Kandidat für den Dax.“ Noch sei aber unklar, wann sich insbesondere Eon von Anteilen trennen werde. Derzeit hält der Energieriese noch knapp 43 % an Degussa. Im Streubesitz befinden sich gut sieben Prozent.

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