Hoher Gewinn
Gerresheimer investiert in Schwellenländern

Gerresheimer hat die Wirtschaftskrise abgehakt: Der Verpackungshersteller verdiente im dritten Quartal mehr als erwartet. Nun geht der Fokus wieder Richtung Expansion. Und die Ziele stehen auch schon fest.
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HB DÜSSELDORF. Neben der anziehenden Nachfrage der Kosmetikindustrie ließ vor allem das Pharmageschäft mit Insulin-Stiften, Spritzen und Inhalatoren bei Gerresheimer die Kassen klingeln. „Das dritte Quartal hat sich sehr gut entwickelt und stimmt uns hoffnungsvoll“, sagte der seit Juni amtierenden Firmenchef Uwe Röhrhoff am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Er bekräftigte die Jahresprognose und kündigte die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung an. 20 bis 30 Prozent des Konzernergebnisses sollen ausgeschüttet werden.

Im vergangenen Jahr waren die Anteilseigner nach einem Umsatz- und Gewinnrückgang leer ausgegangen. In der Wirtschaftskrise hatten Pharma-Kunden ihre gewaltigen Lagerbestände abgebaut. Das Geschäft mit der Pharmaindustrie macht bei Gerresheimer rund 80 Prozent aus.

In den kommenden Jahren will Röhrhoff das Auslandsgeschäft vorantreiben. Größtes Potenzial sieht er in Südamerika, China und Russland. Der Umsatz soll in diesen Regionen binnen drei Jahren auf 200 Mio. Euro verdoppelt werden. Der Nachholbedarf in den Ländern bei der medizinischen Versorgung biete im Geschäft mit der Pharmaindustrie enormes Potenzial. Der Düsseldorfer Konzern will allerdings nicht nur aus eigener Kraft wachsen, sondern nimmt auch potenzielle Übernahmekandidaten mit einem Umsatz von bis zu 50 Mio. Euro ins Visier.

Im Zeitraum Juni bis August stieg der Umsatz - bereinigt um den verkauften Bereich technische Kunststoffsysteme - um 9,5 Prozent auf 259,4 Mio. Euro. Netto verdiente der Konzern 14,1 Mio. nach einem Verlust von vier Mio. Euro vor Jahresfrist. Analysten hatten lediglich mit zehn Mio. gerechnet. Für das im November endende Geschäftsjahr ist ein Umsatzplus von drei bis vier Prozent (2009: 1,0 Mrd. Euro) vorgesehen und eine operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von 19,5 bis 20 (19,2) Prozent.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an: Die Aktien markierten zeitweise mit einem Aufschlag von zwei Prozent auf 30,38 Euro ein neues Jahreshoch. Damit haben die im MDax gelisteten Titel seit Anfang September rund zehn Prozent an wert gewonnen.

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