Hoher Krankenstand
Electrolux holt Leiharbeiter ins Nürnberger AEG-Werk

Weil der Krankenstand im Nürnberger AEG-Werk exorbitant hoch ist, muss Konzernmutter Electrolux inzwischen auf Leiharbeiter zurücksetzen. Ungeachtet dessen rollt die Kündigungswelle, an deren Ende die komplette Schließung der Fabrik steht.

HB NÜRNBERG. Derzeit seien bereits etwa 70 externe Mitarbeiter beschäftigt, sagte AEG-Sprecher Michael Eichel am Donnerstag. Rund 200 sollen es insgesamt werden, bestätigte er einen Bericht der „Nürnberger Nachrichten“. Grund ist der hohe Krankenstand seit dem Ende des Streiks am 7. März. Er liegt nach früheren Angaben bei 25 bis 30 Prozent.

Die rund 1 700 Beschäftigten des Nürnberger AEG-Werkes waren am 20. Januar in einen sechswöchigen Streik getreten, um die Schließung des Traditionsstandortes zu verhindern. Doch es nützte nichts. Die Produktion von Waschmaschinen und Geschirrspülern wird Stück für Stück nach Polen und Italien verlagert; das Nürnberger Werk wird geschlossen. Die Kündigungswelle rollt bereits. Im Juni und Juli würden 500 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, hatte Eichel Anfang Juni angekündigt. Bis Jahresende seien es insgesamt 850.

Wegen des hohen Krankenstandes und damit verbundener Produktionsausfälle wird das Werk wesentlich früher dicht gemacht als zunächst geplant. Die Produktion wird voraussichtlich am 31. März auslaufen; geplant war ursprünglich Ende 2007.

IG Metall und Electrolux hatten sich am Ende des Streiks auf einen Sozialtarifvertrag für die Betroffenen geeinigt, der Abfindungen, Vorruhestandsregelungen und Qualifizierungsmaßnahmen im Volumen von mehr als 150 Mill. Euro vorsieht.

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