Holcim und Lafarge: Mega-Fusion in der Zementbranche

Holcim und Lafarge
Mega-Fusion in der Zementbranche

Schon die Pläne schreckten die Branche auf, jetzt steht es fest: Aus Holcim und Lafarge wird LafargeHolcim. Aktien sollen 1:1 getauscht werden. Die Börsen sind entzückt, die Kartellwächter alarmiert.
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ZürichDie Baustoffriesen Holcim und Lafarge fusionieren zum weltgrößten Zementkonzern der Welt. Der Schweizer Weltmarktführer und die Nummer zwei aus Frankreich kommen derzeit mit ihren Aktivitäten in rund 90 Ländern zusammen auf einen Umsatz von 32 Milliarden Euro und einen Gewinn von rund 6,5 Milliarden Euro. Geplant sei ein Zusammenschluss unter Gleichen, teilten die Konzerne am Montag mit.

Die Fusion muss allerdings noch von den europäischen Wettbewerbsbehörden genehmigt werden. Man stehe bereits mit ihnen in Kontakt, teilten Soiron und Lafont in einer Telefonkonferenz mit. Es werde damit gerechnet, dass dem Konzern im Zuge der Fusion die Auflage erteilt wird, sich von zu 15 Prozent aller bisherigen Aktivitäten zu trennen.

Chef des neuen Mega-Konzerns wird der bisherige Lafarge-Präsident Bruno Lafont. Als Präsident des Verwaltungsrats ist der deutsche Manager Wolfgang Reitzle vorgesehen, der in diesem Jahr den Vorstandsvorsitz des Industriegase-Spezialisten Linde (München) abgibt. Reitzle ist seit 2012 Mitglied des Holcim-Verwaltungsrates.

Der Deal beflügelte auch die Aktienkurse der Zementhersteller. Gegen den Trend legten Papiere von HeidelbergCement 0,7 Prozent zu. Die Elefantenhochzeit der Konkurrenten Holcim und Lafarge schüre Fusionsfantasien innerhalb der Baustoff-Branche, sagten Börsianer. Holcim gewannen in Zürich 5,8 Prozent und Lafarge in Paris 4,5 Prozent. Der irische Zement-Produzent CRH legte an der Börse Dublin 1,9 Prozent zu.

Das neue Unternehmen mit dem Namen LafargeHolcim werde der „fortschrittlichste Konzern der Baustoffbranche“ sein, heißt in der gemeinsamen Mitteilung. Die Schweizer bieten dafür einen Aktientausch an: Eine Lafarge-Aktie gegen eine von Holcim. Der Hauptsitz werde in der Schweiz sein. Der Konzernsitz von Holcim befindet sich bislang in in Rapperswil-Jona (Kanton St. Gallen).

Die Verwaltungsräte beider Konzerne haben laut Mitteilung dem Zusammenschluss einstimmig zugestimmt. Zudem hätten einflussreiche Aktionäre beider Unternehmen bereits ihre Unterstützung zugesichert.

„Die einmalige Positionierung von LafargeHolcim wird es uns erlauben, der Bauwirtschaft die Baustoffe zu liefern, um für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet zu sein“, erklärte Holcim-Verwaltungsratspräsident Rolf Soiron. Der neue Konzern werde von Marktchancen in entwickelten Märkten sowie den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt profitieren.

Lafont erklärte, der Zusammenschluss ermögliche „außerordentliche Synergien“. Der Effekt wird von Experten auf rund 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Holcim hat im vergangenen Jahr 139 Millionen Tonnen Zement verkauft und kam auf 19,7 Milliarden Schweizer Franken (gut 16 Milliarden Euro). Lafarge kam auf 137 Millionen Tonnen und einen Umsatz von gut 15 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der deutsche Konzern HeidelbergCement hatte 2013 einen Umsatz von rund 14 Milliarden Euro.

Das Zusammengehen soll nicht zu Standortschließungen führen. „Wir fusionieren nicht, um die Gruppe tiefgreifend zu restrukturieren“, sagte Lafont. Dies schließe nicht aus, dass der neue Konzern seine Strukturen laufend überprüfen werde. In vielen Ländern seien die Aktivitäten von Lafarge und Holcim komplementär. So sei Lafarge stark in Afrika verankert, während Holcim eine starke Stellung in Lateinamerika habe.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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