Holcim und Lafarge: Zementbranche steht vor Megafusion

Holcim und Lafarge
Zementbranche steht vor Megafusion

Es wäre nichts Geringeres als der Zusammenschluss des Weltmarktführers mit der Nummer zwei: Die Zementriesen Holcom und Lafarge loten die Bedingungen für eine Fusion aus – Anteilseigner halten sich noch bedeckt.
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ZürichDie Zementbranche steht vor einer Megafusion. Der Weltmarktführer Holcim und die Nummer zwei Lafarge aus Frankreich führen fortgeschrittene Verhandlungen über einen Zusammenschluss, wie beide Unternehmen am Freitag mitteilten. Es werde eine Fusion unter gleichen angestrebt. Werden sich die Schweizer und die Franzosen einig, entsteht ein Konzern mit einem Umsatz von über 30 Milliarden Euro.

Holcim erzielte 2013 mit 71.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 19,7 Milliarden Franken (16,1 Milliarden Euro) und hat Produktionsstätten in rund 70 Ländern. Lafarge kam mit 62.000 Mitarbeitern auf Erlöse von 15,2 Milliarden Euro.

Die Geschäfte der beiden Unternehmen ergänzten sich gut, erklärte Holcim. Ein Zusammenschluss würde Kunden, Mitarbeitern und Aktionären beträchtliche Vorteile bringen. Allerdings sei bisher noch keine Übereinkunft erzielt worden. Es gebe keine Gewissheit, dass die Gespräche tatsächlich zu einem Vereinbarung führten.

Beobachter warnen jedoch, dass die beiden Unternehmen hohe kartellrechtliche Hürden überwinden müssten. Selbst verschiedene kleineren Transaktionen in der Branche seien kürzlich bei den Wettbewerbshütern auf Widerstand gestoßen, sagte ein Analyst. Die Anleger reagierten auf die Meldung dennoch euphorisch. Die Lafarge-Aktien gewannen 7,7 Prozent auf 63,40 Euro, Holcim kletterten ebenfalls 7,7 Prozent auf 80,85 Franken. Ein Fondsmanager erklärte, eine Konsolidierung des europäischen Bausektors sei angesichts der Überkapazitäten notwendig.

Der größte Aktionär von Holcim lehnte eine Stellungnahme zu den Fusionsverhandlungen mit dem Konkurrenten Lafarge ab. „Zu laufenden Verhandlungen will sich Thomas Schmidheiny nicht äußern“, sagte sein Sprecher am Freitag. Schmidheiny, der aus der Gründerfamilie des Konzerns stammt, hält nach Daten von Thomson Reuters rund 20 Prozent an Holcim. Der zweitgrößte Aktionär, der russische Zementmagnat Filaret Galtschew, besitzt knapp elf Prozent an Holcim.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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