Holzmaschinenbau
Homag stellt sich 2012 auf Stagnation ein

Nach dem absehbaren Dividendenausfall für 2011 wird die Auftragslage des Maschinenbauers im laufenden Jahr kaum zulegen. Der Umsatz des Holzmaschinenbauers Homag bleibt dieses Jahr voraussichtlich auf dem Stand von 2011.
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StuttgartDie Aktionäre des Maschinenbauers Homag müssen sich nach dem absehbaren Dividendenausfall für 2011 auf ein Jahr der Stagnation einstellen. Weder beim operativen Ergebnis noch beim Auftragseingang wird der auf Holzbearbeitungsmaschinen spezialisierte Konzern im laufenden Jahr zulegen können, wie der Mitte des vergangenen Jahres an die Spitze gerückte Vorstandschef Markus Flik in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Auch der Umsatz werde - unter Herausrechnung eines Großauftrags aus Russland über acht Millionen Euro - auf dem Niveau von 2011 bleiben.

Doch auch diese Prognose beinhaltet "Unwägbarkeiten", wie der vom Autozulieferer Behr zu Homag gewechselte Manager einräumte: „Dies setzt zum Beispiel voraus, dass einige Märkte in der zweiten Jahreshälfte noch etwas zulegen, uns die Euro-Krise keinen Strich durch die Rechnung macht und der Markt in Deutschland so stark wie zuletzt bleibt.“ 2012 werde ein „Übergangsjahr“. Besserung beim Ergebnis ist erst 2013 in Sicht, dann sollen sich die jüngste Restrukturierung und der Stellenabbau positiv im Ergebnis niederschlagen. Homag will die Produktion bei drei seit langem unrentablen Töchtern zusammenstreichen und die Firmen enger in den Konzern einbinden. Im Zuge dieses Umbaus werden bis zu 180 der zuletzt rund 5000 Stellen wegfallen.

Das zurückliegende Jahr war für Homag ein Wechselbad der Gefühle: Mit einer Mini-Dividende von 30 Cent für das Jahr 2010 hakte der für Möbelbauer wie Ikea und kleine Handwerksbetriebe tätige Maschinenbauer den während der Finanz- und Wirtschaftskrise erlittenen Absatzeinbruch ab. In Erwartung des Aufschwungs wurde die zusammengeschmolzene Belegschaft schon zu Jahresbeginn wieder aufgestockt. Zur Jahresmitte folgte die Ernüchterung, da die geplante Sanierung bei den schwächelnden Töchtern Bütfering, Friz und Torwege größtenteils nicht griff und Homag seine vom Aufschwung getragenen Ziele einkassierte.

Statt des ursprünglich in Aussicht gestellten Zuwachs beim Nachsteuergewinn wird Homag für 2011 voraussichtlich einen Verlust ausweisen, der - nach dem dividendenlosen Jahr 2009 - einen erneuten Ausfall der Dividende zur Folge haben dürfte. "An unserer Prognose für 2011 hat sich nichts geändert", sagte Flik. Der Umsatz sollte um einen einstelligen Prozentsatz zum Vorjahreswert von knapp 718 Millionen Euro steigen, der Auftragseingang leicht über dem Volumen des Jahres 2010 von 541 Millionen Euro liegen. Beim operativen Gewinn (Ebitda) wurde kein Fortschritt zum Vorjahreswert von 65 Millionen Euro erwartet. Größte Anteilseigner des mit SCM und Biesse aus Italien konkurrierenden Maschinenbauers sind die Deutsche Beteiligungs AG sowie die Gründer-Familie Schuler.

Im Zuge des deutlichen Kursrutsches sind die Aktien seit Juni nicht mehr im Kleinwerte-Index SDax vertreten. "Viele unserer Anleger sind Fonds, für die die Zusammensetzung des SDax keine Rolle bei der Zusammenstellung ihres Portfolios spielt", sagte Vorstandschef Flik. Er hat sich eine bessere operative Leistungskraft auf die Fahnen geschrieben: Der Einkauf soll stärker gebündelt, die Produktion mit Informationstechnik von SAP effizienter werden. Die SAP-Einführung werde in den nächsten Jahren jeweils einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag kosten, sagte Flik. "Die dadurch erzielbaren Einsparungen - also den Return on Invest - kann man nicht seriös beziffern", räumte er ein. "Letztendlich ist das eine Frage, ob man als Management von den Vorteilen überzeugt ist.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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