Holzmaschinenbauer
Dürr schließt Übernahme von Homag ab

Mit der Übernahme des Maschinenbauers Homag kann Autozulieferer Dürr seinen Jahresumsatz um 800 Millionen Euro steigern. Dürr will durch Zukäufe außerhalb der Branche wachsen, als Zulieferer darf er kaum noch zukaufen.
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StuttgartDer Autozulieferer Dürr hat den Kauf des Maschinenbauers Homag unter Dach und Fach gebracht. Dürr könne Homag ab Oktober vollständig in seine Bilanz einrechnen. Der Aktienerwerb für 228 Millionen Euro sei abgeschlossen und alle Kartellbehörden hätten der Übernahme zugestimmt, erklärte das Unternehmen am Mittwoch.

Der Holzmaschinenbauer aus dem Schwarzwald werde als eigenständige Marke der neuen, fünften Dürr-Sparte „Wood Processing Systems“ geführt. Bezahlt hat Dürr den Zukauf aus eigenen Finanzmitteln. Der Jahresumsatz des MDax-Konzerns wächst damit um 800 Millionen auf rund 3,2 Milliarden Euro. Mit den 5100 Homag-Mitarbeitern steigt die Beschäftigtenzahl auf 13.700.

Dürr will durch Zukäufe in Sparten außerhalb der Autoindustrie wachsen. Der Spezialist für Lackier- und Auswuchtanlagen hat bereits eine starke Stellung als Zulieferer und konnte hier aus kartellrechtlichen Gründen kaum noch zukaufen.

Seine für die Autobranche entwickelten Anlagen will das Unternehmen aus dem schwäbischen Bietigheim-Bissingen künftig stärker in anderen Branchen wie dem Waggon- und Schiffbau oder der Möbelindustrie verkaufen. „Unser Kernbereich ist und bleibt die Automobilindustrie“, erklärte dennoch Vorstandschef Ralf Dieter.

Der Umsatzanteil mit Aufträgen aus der Autoindustrie geht durch die Homag-Übernahme von 80 auf 65 Prozent zurück. Die Rendite von mehr als acht Prozent dürfte vorerst nicht zu halten sein. Homag erzielte im vergangenen Jahr 4,4 Prozent vom Umsatz an operativem Gewinn. Dürr will die Marge bei dem Weltmarktführer für Holzverarbeitungsanlagen nach oben treiben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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