Holzverarbeiter
Pfleiderer dementiert Insolvenzgefahr

Pfleiderer kann von der konjunkturellen Erholung nicht profitieren. Der Holzverarbeiter hat im dritten Quartal entgegen der Erwartungen noch mehr Verlust gemacht als vor einem Jahr. Vor der Pleite steht das Unternehmen aber nach eigener Einschätzung nicht.
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HB MÜNCHEN. "Wir sind definitiv nicht insolvenzgefährdet", sagte Vorstandschef Hans Overdiek am Donnerstag. Die Verschuldung sei aber zu hoch und müsse sinken. Pfleiderer werde ohne Tabus nach Einsparungen suchen. Das Unternehmen schließt derzeit mehrere Werke in Deutschland. Damit soll die Produktion an die schwache Nachfrage nach Spanplatten angepasst werden. Weitere Details wollte Overdiek nicht nennen.

Der Quartalsnettoverlust von Pfleiderer stieg auf 31,5 Mio. Euro von 21,8 Mio. im Jahr zuvor, wie der bayerische Konzern am Donnerstag in Neumarkt mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Minus von gut 21 Mio. Euro gerechnet. Der Umsatz erhöhte sich auf 381 Mio. Euro von 347 Mio. Euro.

Gestiegene Rohstoffkosten verhinderten eine Margenverbesserung, hieß es. "Die deutlichen Erholungstendenzen aus dem zweiten Quartal haben sich nicht fortgesetzt", sagte Overdiek. Probleme gebe es neben USA, wo die hohe Arbeitslosigkeit den Konsum hemmt, und in Westeuropa, wo Pfleiderer Überkapazitäten im Markt zu schaffen machen. "Aber wir werden alles unternehmen, um wieder auskömmliche Margen zu erzielen."

Für das Gesamtjahr bekräftigte das hoch verschuldete Unternehmen seine Prognosen: Demnach soll der Umsatz auf rund 1,5 Mrd. Euro klettern. Zudem werden rote Zahlen erwartet. Nachhaltig bessere Werte werde es erst nächstes Jahr geben.

Unternehmenschef Overdiek zog aber seine Prognose zurück, dass es nächstes Jahr wieder einen Nettogewinn geben werde. "Das möchte ich nicht mehr wiederholen." Ein möglicher Gewinn hänge stark an der Entwicklung in Nordamerika, die Pfleiderer zuletzt enttäuschte.

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