Holzverarbeiter
Pfleiderer muss unter Zeitdruck sanieren

Dem Holzverarbeiter Pfleiderer droht nach Expertenmeinung die Insolvenz, falls Sanierungsbeschlüsse von Aktionären und Gläubigern nicht bis Ende Juni umgesetzt werden. Doch das Unternehmen gibt sich zuversichtlich.
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FrankfurtBei der Sanierung des Holzverarbeiters Pfleiderer drängt die Zeit. Trotz ungelöster juristischer Probleme gibt sich das bayerische Unternehmen zuversichtlich, die Beschlüsse der Aktionäre und Gläubiger bis zum 30. Juni umzusetzen, was Voraussetzung zur Entschuldung von Pfleiderer ist.

„Wir gehen davon aus, dass der Termin gehalten werden kann“, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Verliert Pfleiderer den Wettlauf gegen die Zeit, droht dem Unternehmen nach Ansicht mehrerer Experten die Insolvenz - oder zumindest ein neuer Verhandlungsmarathon. „Dann stehen wir wieder ganz am Anfang“, sagte ein Insider. Denn die Gläubiger könnten dann ihre Forderungen an Pfleiderer sofort fälligstellen.

Pfleiderer gelingt es derzeit nicht, die juristischen Hürden aus dem Weg zu räumen, die eine Umsetzung des Sanierungskonzepts verhindern. Am Dienstagabend zog der Hersteller von Spanplatten und Laminat-Fußböden einen Antrag an das Oberlandesgericht Nürnberg zurück, die Beschlüsse der Hauptversammlung umsetzen zu dürfen, obwohl noch Aktionärsklagen dagegen laufen. Dort hatte sich eine Niederlage abgezeichnet, nachdem der zuständige Richter die Eilbedürftigkeit abgelehnt hatte.

Denn in Frankfurt wehren sich zugleich - bisher erfolgreich - einige Gläubiger einer Hybridanleihe dagegen, dass sie auf einen großen Teil ihrer Ansprüche verzichten sollen. Dort hatte ein Richter die Umsetzung der Beschlüsse der Gläubigerversammlung vorerst gestoppt, für die Entscheidung in zweiter Instanz gibt es noch keinen Termin. Der Nürnberger Richter will diese Entscheidung abwarten.

Der Sanierungsplan von Pfleiderer sieht vor, den mit 1,3 Milliarden Euro verschuldeten Konzern um 700 Millionen Euro zu entschulden. Die Gläubiger - Hedgefonds und Banken - sollen dazu frisches Geld beisteuern und ihre Kredite in Aktien tauschen. Sie verzichten dabei auf 40 Prozent der Forderungen. Die bisherigen Aktionäre würden auf eine kleine einstellige Beteiligung zurückgedrängt. Bei einer Neuauflage der Gespräche wäre Finanzkreisen zufolge zu erwarten, dass Hedgefonds auf einen noch stärkeren Verzicht der Banken drängen. Diese seien dazu aber nicht bereit.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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