Honda ruft Autos mit Takata-Airbags zurück
Noch mehr Ärger mit Luftkissen

Kleiner Fehler mit großer Wirkung: Nach Toyota und Nissan ruft jetzt auch Honda weltweit weitere Millionen Fahrzeuge zurück. Das Problem sind Airbags des Herstellers Takata. In den USA wird gegen den japanischen Zulieferer bereits ermittelt.
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Tokio/DüsseldorfWegen Airbag-Problemen ruft Honda weltweit weitere 4,8 Millionen Fahrzeuge zurück. Dies teilte der japanische Autohersteller am Donnerstag mit.1,74 Millionen Autos entfallen dabei auf den japanischen Heimatmarkt. Betroffen seien unter anderem Modelle wie der Fit und Accord Hybrid, hieß es.

Am Vortag hatten bereits die Rivalen Toyota und Nissan 6,5 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückbeordert. Dort sollen die Luftkissen des Zulieferers Takata wegen eines möglichen Defekts ausgetauscht werden. In den Honda-Fahrzeugen waren jene Airbags von Takata eingebaut, die mit dem Unfalltod von sechs Menschen in Verbindung gebracht werden. Gegen den japanischen Zulieferer ermitteln in den USA Staatsanwaltschaft und Aufsichtsbehörden. Insgesamt wurden wegen der Airbags seit 2008 weltweit mehr als 30 Millionen Autos zurückgerufen.

Marktführer Toyota versicherte, dass der normale Fahrbetrieb durch die fehlerhafte Funktion des Airbags nicht beeinträchtigt sei. Allerdings könne der Airbag im Falle eines Unfalls „nicht mehr ordnungsgemäß“ auslösen. Es könne Feuchtigkeit in den Gasgenerator des Fahrer- und des Beifahrer-Airbags eindringen. Anderen Berichten zufolge besteht die Gefahr, dass die Airbags wegen mangelhafter Verarbeitung platzen - dabei kommt es zu einer Explosion, die Teile der Metallverkleidung durch den Fahrzeugraum schleudert und zu schweren Verletzungen führen kann.

Betroffen sind laut Toyota insgesamt 35 Modelle, die zwischen März 2003 und November 2007 produziert wurden, darunter Corolla und Yaris. Einer Sprecherin zufolge werden die Halter in Deutschland über das Kraftfahrtbundesamt informiert.

Das Problem wird die betroffenen Autobauer noch länger beschäftigten, denn der Austausch des Gasgenerators im Airbag dauert zwar maximal eine Stunde. Doch Zulieferer Takata kann den Austausch mehrerer Jahresproduktionen nicht ohne weiteres alleine stemmen. Monatlich soll das Unternehmen rund 450.000 Teile produzieren. Insgesamt mussten wegen der Takata-Airbags bis heute 581.000 Autos in Deutschland in die Werkstatt.

Ein schneller Abschied der Autobauer von Takata ist nach Einschätzung von Branchenexperten dennoch nicht zu erwarten. Takata ist bekannt für seine besonders kompakten Airbags. Die Modelle der Autobauer wurden nach den technischen Spezifikationen des Zulieferers entworfen. Eine Umrüstung dürfte daher noch länger dauern als ein Austausch der fehlerhaften Teile.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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