Hopfenbestände
Bierbrauereien geht der Hopfen aus

Überproduktion, schlechte Ernten und Preise unter den Produktionskosten – viele Jahre lang haben die deutschen Hopfenpflanzer über ihre missliche Lage geklagt. Die Brauindustrie konnte die Preise diktieren, schließlich ist sie der wichtigste Abnehmer des „grünen Goldes". Doch jetzt dreht sich der Spieß um: Die Hopfenbestände gehen zur Neige.

DÜSSELDORF. Plötzlich schwebt das Damoklesschwert leerer Hopfenlager über den Brauereien. Sollten sie ihre Bestände nicht auffüllen können, könnte es schon bald Engpässe bei der Bierproduktion geben. Ein Grund dafür ist die Stilllegung von Anbauflächen. In den vergangenen 10 Jahren sei die weltweite Anbaufläche um rund ein Drittel auf knapp 50 000 Hektar zurückgegangen, sagt Stephan Barth, Geschäftsführender Gesellschafter von Hopfenhändler Joh. Barth & Sohn. Deutschland steuert zwar noch immer rund ein Drittel zur weltweiten Hopfenproduktion bei und gehört damit zu den wichtigsten Anbaugebieten überhaupt. Doch auch hierzulande verringerten die Pflanzer ihre Anbauflächen um mehr als 20 Prozent auf 17 200 Hektar. Insgesamt schätzt Barth das Umsatzvolumen des weltweiten Hopfenmarktes auf 600 bis 700 Mill. Euro.

Parallel zur Verknappung der Hopfenanbauflächen stieg die Bierproduktion an – denn auch wenn die Deutschen laut Statistik die Lust am Bier verlieren, finden vor allem die Asiaten immer mehr Gefallen daran. Allein von 2003 bis 2006 stieg die weltweite Bierproduktion einer Erhebung von Händler Barth zufolge um rund 15 Prozent auf knapp 1,7 Mrd. Hektoliter.

Schlechte Ernten verschärften die Situation zusätzlich. „Hopfen ist inzwischen ein rares Gut“, sagte ein Sprecher des Deutsche Brauer-Bundes. Schuld an der Misere ist seiner Meinung nach die EU, die die Rodung von Hopfengärten im Kampf gegen die Lebensmittelüberproduktion durch Subventionen unterstützte. „Das verzerrt den Markt und sorgt für eine Verknappung wichtiger Rohstoffe.“ Immerhin: Seit 2005 bekommen die Pflanzer für gerodete Flächen keine EU-Gelder mehr, sagt Josef Grauvogl, Geschäftsführer des Deutschen Hopfenwirtschaftsverbands.

Seite 1:

Bierbrauereien geht der Hopfen aus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%