Houlihan Lokey
US-Investmentbanker sollen Schaeffler retten

Die hochverschuldete Schaeffler-Gruppe hat sich die Experten von Houlihan Lokey ins Boot geholt. Das bestätigte ein Schaeffler-Sprecher dem Handelsblatt. Die US-Experten könnten dem Familienunternehmen aus Herzogenaurach in den schwierigen Verhandlungen mit den Gläubigerbanken helfen. Die Zeit für eine Lösung der Kreditprobleme drängt.

DÜSSELDORF/MÜNCHEN. "Zur Neustrukturierung ihrer Finanzverbindlichkeiten im Rahmen der Gestaltung einer langfristigen Gesamtlösung bedient sich die Schaeffler-Gruppe ausgewiesener Experten und hat dazu die Investmentbank Houlihan Lokey mandatiert", bestätigte ein Schaeffler-Sprecher dem Handelsblatt. Laut Branchenkreisen soll Houlihan Lokey bei den schwierigen Verhandlungen mit den Banken helfen.

Eine Lösung für die Kreditprobleme des Unternehmens ist die Voraussetzung für die angestrebte Fusion mit dem übernommenen Autozulieferer Continental. Conti-Chef Karl-Thomas Neumann hatte sich auf der Hauptversammlung am 23. April in Hannover verpflichtet, bis Ende Juli einen Plan für die Integration beider Unternehmen vorzulegen.

Houlihan Lokey gelten als Sanierungs- und Insolvenzspezialisten. Den Schaeffler-Auftrag erhielt die US-Investmentbank bereits vor einiger Zeit. In Branchenkreisen wurde betont, dass es bei dem Schaeffler-Mandat lediglich um die notwendige Restrukturierung der Kredite gehe. Operativ geht es Schaeffler noch immer besser als den meisten anderen Zulieferern. Vor Steuern und Zinsen haben die Franken im ersten Halbjahr nach Handelsblatt-Informationen schwarze Zahlen geschrieben.

Der Schuldenberg von gemeinsam mehr als 22 Mrd. Euro gilt als Haupthindernis für die geplante Fusion von Schaeffler und Conti. Den Kreditinstituten drohen hohe Abschreibungen. Sie müssten bei einer Gesamtlösung wohl auf einen Teil ihrer Kredite verzichten und sich eventuell am neuen Gesamtkonzern beteiligen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Schaeffler - und Conti-Banken teilweise unterschiedliche Interessen verfolgen. Nur wenige Institute wie die Hauptgläubigerin Commerzbank sind bei beiden Unternehmen engagiert. Deshalb könnte es nach Einschätzung in Branchenkreisen bis zu einer Gesamtlösung noch mehrere Monate dauern.

Im Drama um die geplante Integration von Schaeffler und Conti haben bereits zahlreiche Berater und Investmentbanken ihre Finger im Spiel. Die US-Investmentbank JP Morgan berät Schaeffler. Conti bekommt Unterstützung von Konkurrent Perella-Weinberg.

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche
Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München
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