Hubschrauber-Auftrag
Flirtet Airbus mit der japanischen Armee?

Airbus soll zu den Bewerbern für den Bau eines Hubschraubers für Japans Armee gehören, sagen Insider. Der Auftrag war bereits einmal vergeben, wurde aber zurückgezogen – wegen durchgesickerter Insiderinformationen.
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TokioAirbus und Konkurrenten aus Europa und den USA sind offenbar an einem milliardenschweren Hubschraubergeschäft in Japan interessiert. Die Sparte Airbus Helicopters bewerbe sich mit seinem Partner Kawasaki Heavy Industries darum, den Zuschlag für den neuen Armee-Transporthubschrauber UH-X zu erhalten, sagten mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen.

Der Auftrag könnte ein Volumen von zwei Milliarden Dollar haben. Ebenfalls interessiert sei die Textron-Tochter Bell Helicopters aus den USA, die sich mit der Subaru-Mutter Fuji Heavy Industries zusammengetan habe. Auch die italienische Finmeccanica trete mit ihrer Sparte Agusta-Westland an und arbeite mit dem Mischkonzern Mitsui zusammen. Bei einem Zuschlag würden die Hubschrauber von Fuji Heavy gebaut, hieß es.

Neu an dem Geschäft wäre, dass die Hubschrauber auch ins Ausland verkauft werden dürften. Damit will Ministerpräsident Shinzo Abe die heimische Rüstungsindustrie fördern und Anschaffungskosten senken.

Der Regierungschef hat bereits Beschränkungen für Rüstungsexporte gelockert und will seinen Streitkräften in Konflikten mehr Freiraum gewähren. Dafür soll die nach dem Zweiten Weltkrieg in Kraft gesetzte Verfassung anders ausgelegt werden.

Vorheriger Hubschrauberauftrag an Kawasaki geplatzt

Nach Reuters-Informationen wurden die Gespräche zwischen der Regierung in Tokio und den Rüstungsfirmen in den vergangenen zwei Monaten konkret. Im nächsten Schritt würden die Konzerne aufgefordert, Einzelheiten wie die Kosten einzureichen. Die betroffenen Firmen lehnten entweder eine Stellungnahme ab oder waren zunächst nicht erreichbar.

Airbus Helicopters ging aus Eurocopter hervor und hat etwa in Donauwörth einen wichtigen Standort. Für den Auftrag aus Japan will das Unternehmen gemeinsam mit Kawasaki einen neuen Hubschrauber entwerfen.

Kawasaki hatte bereits im Jahr 2012 den Zuschlag für den UH-X erhalten. Im darauffolgenden Jahr wurde der Auftrag entzogen. Zwei Offiziere der Streitkräfte hatten zugegeben, Informationen über das Ausschreibungsverfahren weitergegeben und der Firma so geholfen zu haben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • "Airbus Helicopters ging aus Eurocopter hervor und hat etwa in Donauwörth einen wichtigen Standort. Für den Auftrag aus Japan will das Unternehmen gemeinsam mit Kawasaki einen neuen Hubschrauber entwerfen."

    Seit dem 8. Januar 2014 tritt das bisherige Unternehmen Eurocopter, eine EADS-Tochter, unter dem neuen Markennamen "Airbus Helicopter" auf*. Das Unternehmen blickt am Standort DON (der zweite befindet sich in Marignane/Marseille) auf elne erfolgreiche Geschichte der Industrialierung nach dem WK II zurück, die hier mit dem Namen Airbus und F.-J. Strauß verbunden sind. Das geplante Joint Venture blickt ebenfalls auf eine erfolgreiche Geschichte zurück, das binationale Projekt BK117 (Bölkow-Kawasaki 117): Bereits vor 37 Jahren, am 25. Februar 1977 unterschrieben Dr. Ludwig Bölkow, MBB, und Teruaki Yamada von der Japanischen Firma KHI (Kawasaki Heavy Industries) einen Joint-Venture-Vertrag für einen neuen Mehrzweckhubschrauber. Der Prototyp "BK 117 P2" startete am 13.06.1979 am MBB-Werk in Ottobrunn zu seinem Jungfernflug, kurz danach in Gifu mit der japanische "BK 117 P3". Danach dauerte es noch bis zum 09.12.1982, bis durch die Zulassung der BK 117 seitens des Luftfahrtbundesamtes (LBA) der Betrieb von Hubschraubern dieses Typs in Deutschland genehmigt wurde. Seitdem erfolgt die Serienfertigung in Donauwörth und Gifu. Als "Medicopter" wurde dann die BK 117 im RTL-Fernsehen bekannt.
    Der weltweite Verkaufserfolg der BK117 und ihres Nachfolgers EC145 hat mit dazu beigetragen, dass Euro/Airbus Helicopters zum weltgrößten Hubschrauberhersteller im zivilen und halbstaatlichen Bereich wurde, mit einem Marktanteil von 46%.

    *Die Namensänderung fand aus Marketing- und Imagegründen statt, nachdem Frau Kanzlerin Merkel jahrelang durch die Lande gezogen war, um den „Euro zu retten“ wie einen kranken Mann.

  • "Airbus Helicopters ging aus Eurocopter hervor und hat etwa in Donauwörth einen wichtigen Standort. Für den Auftrag aus Japan will das Unternehmen gemeinsam mit Kawasaki einen neuen Hubschrauber entwerfen."...

    Seit dem 8. Januar 2014 tritt das bisherige Unternehmen Eurocopter, eine EADS-Tochter, unter dem neuen Markennamen "Airbus Helicopter" auf*. Das Unternehmen blickt am Standort DON (der zweite befindet sich in Marignane/Marseille) auf elne erfolgreiche Geschichte der Industrialierung nach dem WK II zurück, die hier mit dem Namen Airbus und F.-J. Strauß verbunden sind. Das geplante Joint Venture blickt ebenfalls auf eine erfolgreiche Geschichte zurück, das binationale Projekt BK117 (Bölkow-Kawasaki 117): Bereits vor 37 Jahren, am 25. Februar 1977 unterschrieben Dr. Ludwig Bölkow, MBB, und Teruaki Yamada von der Japanischen Firma KHI (Kawasaki Heavy Industries) einen Joint-Venture-Vertrag für einen neuen Mehrzweckhubschrauber. Der Prototyp "BK 117 P2" startete am 13.06.1979 am MBB-Werk in Ottobrunn zu seinem Jungfernflug, kurz danach in Gifu mit der japanische "BK 117 P3". Danach dauerte es noch bis zum 09.12.1982, bis durch die Zulassung der BK 117 seitens des Luftfahrtbundesamtes (LBA) der Betrieb von Hubschraubern dieses Typs in Deutschland genehmigt wurde. Seitdem erfolgt die Serienfertigung in Donauwörth und in Gifu. Als "Medicopter" wurde dann die BK 117 im RTL-Fernsehen bekannt.
    Der weltweite Verkaufserfolg der BK117 und ihres Nachfolgers EC145 hat mit dazu beigetragen, dass Euro/Airbus Helicopters zum weltgrößten Hubschrauberhersteller im zivilen und halbstaatlichen Bereich wurde, mit einem Marktanteil von 46%.

    *Die Namensänderung fand aus Marketing- und Imagegründen statt, nachdem Frau Kanzlerin Merkel jahrelang durch die Lande gezogen war, um den „Euro zu retten“ wie einen kranken Mann.

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