Im Streit zwischen den Betriebsräten von VW und Porsche um Mitbestimmungsrechte hat Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück trotz jüngster Attacken Bereitschaft für eine außergerichtliche Einigung signalisiert. Die IG-Metall-Zentrale möchte den Streit der Betriebsräte so schnell wie möglich am grünen Tisch beilegen.
hz STUTTGART. "Wir sind weiterhin im Gespräch und haben großes Interesse daran, mit den Vertretern der VW
-Belegschaft
einen Kompromiss innerhalb der Mitbestimmungsvereinbarung zu erzielen", sagte Hück nach Porsche
-Angaben
auf einer Mitarbeiterversammlung in Stuttgart. Der VW
-Betriebsrat
war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Am Wochenende war der Streit mit neuer Härte aufgeflammt, nachdem VW
-Betriebsratschef
Bernd Osterloh erklärt hatte, ihm fehle jegliches Vertrauen zur Porsche
-Führung,
und indirekt mit Arbeitskämpfen drohte.
Die IG-Metall-Zentrale möchte den Streit der Betriebsräte so schnell wie möglich am grünen Tisch beilegen. Das Arbeitsgericht Stuttgart, das zunächst am 13. Februar über die Klage des VW
-Betriebsrates
verhandeln sollte, gab den Konfliktparteien bereits mehr Zeit für die Suche nach einer außerordentlichen Lösung, indem es den Verhandlungstermin auf Betreiben des VW
-Betriebsrates
auf den 29. April verschoben hatte.
Der Konflikt entzündet sich an den von Hück und Porsche
-Chef
Wendelin Wiedeking ausgehandelten Mitbestimmungsregelungen der neuen Porsche
-Holding,
unter deren Dach neuerdings die Porsche AG
und die 31 Prozent-Beteiligung des Unternehmens an VW
gebündelt sind. Die Regelung sieht vor, dass nach der erwarteten Übernahme von VW
durch Porsche
je 20 Arbeitnehmervertreter beider Autobauer im Betriebsrat dort vertreten sind. Hück ist jetzt offenbar bereit, dem VW
-Betriebsrat
mehr Plätze einzuräumen. Die Zahl der Sitze im Betriebsrat der Holding sei verhandelbar, erklärte er gestern. An der Mitbestimmungsvereinbarung selbst dürfe dagegen nicht gerüttelt werden. Der VW
-Betriebsrat
war im Oktober mit dem Versuch gescheitert, den Eintrag der SE per einstweiliger Verfügung zu stoppen.
Der Streit zwischen den VW
-Arbeitnehmervertretern
und der Porsche
-Seite
droht, das Klima zwischen dem Autobauer und seinem Großaktionär nachhaltig zu vergiften. Hintergrund des Streits ist die in Berlin geplante Wiederbelebung des VW
-Gesetzes,
die zunehmend die Pläne von Wiedeking stört, bald schon die Mehrheit an VW
zu erwerben, und Osterloh neue Munition im Machtkampf liefert.
Justizministerin Brigitte Zypries hatte vor kurzem ein Gesetz angekündigt, das dem VW
-Betriebsrat
und dem Land Niedersachsen als zweitgrößtem Aktionär von VW
weiterhin Veto-Rechte einräumt, wogegen Porsche
Sturm läuft. Doch stößt Wiedeking kaum auf offene Ohren. Lediglich die FDP stellte sich bisher auf die Seite des Sportwagenbauers - doch die vertritt lediglich die Opposition.

