Hugo Boss stößt ab
Zwei Bieter für Luxusmarke Baldessarini

Der Münchener Modedesigner Werner Baldessarini kann weitermachen. Nachdem der Modekonzern Hugo Boss im Januar verkündet hatte, seine Luxusmarke Baldessarini Mitte 2007 einzustellen, steht der Einstieg eines neuen Investors kurz bevor.

DÜSSELDORF/DÜSSELDORF. Nach Informationen des Handelsblatts sind nur noch zwei Bieter im Rennen: die Ahlers AG (Otto Kern) aus Herford sowie der ehemalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus, dem unter anderem die Firma Le Coq Sportif und der französische Fußballclub Olympique Marseille gehören.

Der in Hongkong ansässige Modekonzern Egana-Goldpfeil (Joop, Salamander), war bis vor kurzem ebenfalls interessiert, stieg aber aus. „Baldessarini wäre bei uns sicher am besten aufgehoben, aber wir haben gerade mehrere andere Projekte, die unsere Aufmerksamkeit fordern“, sagte Vorstandschef und Hauptaktionär Hans-Jörg Seeberger dem Handelsblatt. „Herr Baldessarini kann mich aber gern wieder ansprechen, wenn es nicht so läuft wie gewünscht.“

Louis-Dreyfus war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Bei der Ahlers AG bestätigten Unternehmenskreise das Interesse, offiziell gab es keine Stellungnahme. Die Kasse des Unternehmens ist aber gut gefüllt. Ende Mai hatte Ahlers die Hemdenmarke Eterna für 120 Mill. Euro an Alpha verkauft. Zur Begründung hieß es, dass sich Ahlers mit dem Verkauf „in die Lage versetzt, Möglichkeiten für den Erwerb neuer internationaler Marken im Herrenbekleidungs-Sektor zu nutzen“. Analysten wie Matthias Schrade von GSC Research halten den Kauf nicht nur aufgrund der guten Finanzlage für plausibel: „Baldessarini würde das Markenportfolio von Ahlers im oberen Preissegment abrunden.“

Baldessarini selbst wollte sich nicht äußern. Der Trennung von Hugo Boss ging ein offensichtlicher Bruch zwischen ihm und dem aktuellen Vorstandschef von Hugo Boss, Bruno Sälzer voraus. Werner Baldessarini, Sälzers Vorgänger, wurde von diesem im Januar lediglich per Telefon darüber informiert, dass seine Marke eingestellt wird. Baldessarini gab den Chefsessel 2002 an Bruno Sälzer ab und wurde Aufsichtsrat. Damals nannte Sälzer Baldessarini den „größten Modeguru der Welt“ und betonte, wie sehr ihm an einer weiteren Zusammenarbeit gelegen sei.

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