Hurrikan Isaac US-Wirtschaft droht Milliarden-Schaden

Der Sturm Isaac beunruhigt nicht nur die Bürger in Louisiana und Florida, sondern auch die US-Unternehmen. Versicherungen fürchten Schäden in Milliardenhöhe. Auch die Ölförderung im Golf von Mexiko ist bedroht.
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Sturmtief Isaac sorgt nicht nur die Menschen an der Küste in Louisiana, sondern auch die Börsenhändler in New York. Quelle: dpa

Sturmtief Isaac sorgt nicht nur die Menschen an der Küste in Louisiana, sondern auch die Börsenhändler in New York.

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New York, FrankfurtDie Touristen bewundern gerne die Aussicht im Süden von New York auf Freiheitsstatue, Hudson River und das World Financial Center. Was viele nicht wissen: Wenige Meter entfernt spielen sich hinter den Türen der New Yorker Warenterminbörse dramatische Szenen ab. Rohstoffhändler schreien und gestikulieren mit Blick auf den TV-Wetterkanal.

An den Warenterminmärkten haben im Moment die Meteorologen das Sagen. Grund dafür ist Hurrikan Isaac. Er jagte in den vergangenen Tagen den Golf von Mexiko hoch und erreichte die US-Ostküste beim Bundesstaat Louisiana in der Nacht zum Mittwoch. In der Region fördern die USA fast ein Viertel ihrer Öl- und sieben Prozent ihrer Gasproduktion.

Tropensturm „Isaac“ nimmt Kurs auf New Orleans
A sign reinforces concerns as locals prepare for Tropical Storm Isaac in Metairie
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Das Zentrum des Tropensturms "Isaac" steuert direkt auf New Orleans zu. Dort dürfte er am Dienstagabend (Ortszeit) - fast genau sieben Jahren, nachdem Hurrikan "Katrina" die Stadt verwüstet hatte - auf Land treffen. Meteorologen erwarten, dass "Isaac" als Hurrikan der Stufe 1 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 153 Kilometern pro Stunde Land erreichen würde. Das ist weit schwächer als "Katrina", der als Hurrikan der Kategorie 5 Höchstwerte von mehr als 252 Kilometern pro Stunde erreicht hatte.

Isaac
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Dennoch waren die Bewohner der Stadt in Sorge und US-Präsident Barack Obama verhängte den Ausnahmezustand über den Staat Louisiana, in dem New Orleans liegt. Das Nationale Hurrikanzentrum in Miami gab eine Warnung für weite Teile der nördlichen Golfküste heraus. Auch in den Staaten Mississippi, Alabama und Florida wurde deshalb der Notstand ausgerufen. Viele Menschen verbarrikadierten ihre Häuser und stockten Vorräte auf. Das Auswärtige Amt in Berlin sprach eine Reisewarnung aus.

New Orleans, US Gulf Coast Prepare For Approaching Isaac
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"Isaac" war am Wochenende über Haiti und die Dominikanische Republik hinweg gefegt. Dabei kamen laut jüngsten Angaben 24 Menschen ums Leben. Vertreter der US-Katastrophenschutzbehörde FEMA versicherten, dass die verbesserten Dämme in New Orleans Stürmen widerstehen könnten, die weit stärker seien als "Isaac". Bei Hurrikan "Katrina" hatten die Dämme nicht standgehalten, bei Überschwemmungen waren daraufhin 1.800 Menschen ums Leben gekommen. In New Orleans bereiten sich die Menschen auf den Tropensturm vor - und nehmen's zum Teil noch mit Humor.

Isaac Soaks Florida Keys, Leaves Little Damage Behind
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Aufräumen in Florida: Schon die Vorboten des Tropensturms rissen Bäume um. Im Bundesstaat wurden Hunderte Flüge gestrichen, davon mindestens 500 allein in Miami. Die Republikaner stellten das Programm ihres Parteitags in Tampa um. Bis auf starken Regen dürfte die Stadt aber weitgehend von „Isaac“ verschont bleiben.

Tampa Prepares For Republican National Convention And Potential Hurricane
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FEMA-Leiter Craig Fugate erklärte, die Menschen sollten sich nicht zu sehr auf New Orleans konzentrieren. Die schwersten Folgen könnte der Sturm in Alabama uns Mississippi haben, sagte er.
In Louisiana rief Gouverneur Bobby Jindal den Notstand aus und erklärte, er werde wegen des Sturms möglicherweise nicht auf dem Parteitag der US-Republikaner in dieser Woche sprechen. Dessen Beginn hatte sich wegen des Sturms um einen Tag verzögert. Tampa in Florida, wo die Convention stattfindet, befindet sich nicht mehr in der Bahn von "Isaac". Aber auch dort könnte es zu stürmischem Wind und starkem Regen kommen.
Auch die Gegner des Parteitags wichen dem herannahenden Sturm offenbar aus. Statt der 5.000 angekündigten Demonstranten versammelten sich rund 200 am Montag zu Protesten in Tampa.

Handout photo of Tropical Storm Isaac in the Gulf of Mexico
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Meteorologen rechneten damit, dass „Isaac“ am Dienstag Hurrikan-Stärke erreichen dürfte. Allerdings gingen sie nicht davon aus, das der Sturm über die Kategorie eins hinauswächst, der schwächsten von fünf möglichen Stufen auf der Saffir-Simpson-Skala.

Gegen Montagmittag (Ortszeit) befand sich „Isaac“ rund 500 Kilometer südöstlich der Mündung des Mississippis und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 24 Kilometern pro Stunde auf die Küste zu.

Unidentified woman leaves pier in high wind and rough surf as Tropical Storm Isaac moves over the island
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Nach Einschätzung von Wetterexperten sind zahlreiche Öl-Plattformen durch den Sturm bedroht. Meteorologen der Thomson-Reuters-Tochter Weather Insight rechneten mit der kurzfristigen Stilllegung von 85 Prozent der Offshore-Öl-Produktion im Golf von Mexiko.

BP, der größte Ölproduzent in der US-Golfregion, teilte mit, das Personal von all seinen sieben Öl- und Gas-Plattformen in Sicherheit gebracht und die Produktion eingestellt zu haben.

Schon werden Erinnerungen an den Megasturm Katrina von vor sieben Jahren wach: Issac folgte fast der gleichen Route. Günstige Windverhältnisse verhinderten bislang das Schlimmste. Der Preis des amerikanischen Öls der Sorte WTI sprang in der vergangenen Woche nach oben, fiel zuletzt aber wieder.

Versicherungen wie der Katastrophenspezialist Icat von Lloyds erwarten Schäden von rund einer Milliarde Dollar. Weil in den USA besonders viele Sachwerte und auch Firmen versichert sind, werden viele Assekuranzen in Mitleidenschaft gezogen. Nach Angaben des Risikoanalysten AIR Worldwide liegt der Wert versicherter Güter an den Küsten der betroffenen Staaten bei rund 3,8 Billionen US-Dollar.

„Der Schaden wird von der genauen Laufbahn und der Stärke des Hurrikans abhängen“, sagt Alexander Allmann, Experte für Naturgefahren beim deutschen Rückversicherer Munich Re. Erst dann könne über ein Ausmaß spekuliert werden.

Sturm "Isaac" legt öffentliches Leben lahm

Der US-Gebäudeversicherer Citizens meldete am Montag 750 Schäden in Florida. Gegenüber anderen Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überflutungen haben Hurrikane aus Sicht der Versicherer immerhin einen Vorteil: Meist bleibt Zeit, sich vorzubereiten. „Bei einem Sturm dieser Stärke werden eher Schäden an Hausdächern zu beklagen sein als große Industrieschäden“, sagt Markus Stowasser, Meteorologe in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Allianz Re, der Rückversicherungstochter des Münchener Unternehmens.

Flüge gestrichen, Mitarbeiter evakuiert
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2 Kommentare zu "Hurrikan Isaac: US-Wirtschaft droht Milliarden-Schaden"

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  • Ich hoffe auch das niemand zu Schaden kommt aber eine Bemerkung kann ich mir beim Besten Willen nicht verkneifen:
    Hätte sich dieser Hurrican (als solches oder als Tornado) über Europa breit gemacht und hätte Milliarden Schaden angerichtet, so würde das betroffene Land spätestens morgen früh von S&P, oder den anderen Finanzschergen, um mindestens 1 Note herabgestuft werden.
    Man darf gespannt sein, ob von denen diese Woche ein Statement kommt. Ich denke eher nicht, denn es betrifft ja die USA, das Land der unbegrenzten Schuldenberge äh - Möglichkeiten.

  • Solange keine Menschen darunter betroffen sind, soll es mir recht sein!!

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