Hurrikan Isaac
US-Wirtschaft droht Milliarden-Schaden

Der Sturm Isaac beunruhigt nicht nur die Bürger in Louisiana und Florida, sondern auch die US-Unternehmen. Versicherungen fürchten Schäden in Milliardenhöhe. Auch die Ölförderung im Golf von Mexiko ist bedroht.
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New York, FrankfurtDie Touristen bewundern gerne die Aussicht im Süden von New York auf Freiheitsstatue, Hudson River und das World Financial Center. Was viele nicht wissen: Wenige Meter entfernt spielen sich hinter den Türen der New Yorker Warenterminbörse dramatische Szenen ab. Rohstoffhändler schreien und gestikulieren mit Blick auf den TV-Wetterkanal.

An den Warenterminmärkten haben im Moment die Meteorologen das Sagen. Grund dafür ist Hurrikan Isaac. Er jagte in den vergangenen Tagen den Golf von Mexiko hoch und erreichte die US-Ostküste beim Bundesstaat Louisiana in der Nacht zum Mittwoch. In der Region fördern die USA fast ein Viertel ihrer Öl- und sieben Prozent ihrer Gasproduktion.

Schon werden Erinnerungen an den Megasturm Katrina von vor sieben Jahren wach: Issac folgte fast der gleichen Route. Günstige Windverhältnisse verhinderten bislang das Schlimmste. Der Preis des amerikanischen Öls der Sorte WTI sprang in der vergangenen Woche nach oben, fiel zuletzt aber wieder.

Versicherungen wie der Katastrophenspezialist Icat von Lloyds erwarten Schäden von rund einer Milliarde Dollar. Weil in den USA besonders viele Sachwerte und auch Firmen versichert sind, werden viele Assekuranzen in Mitleidenschaft gezogen. Nach Angaben des Risikoanalysten AIR Worldwide liegt der Wert versicherter Güter an den Küsten der betroffenen Staaten bei rund 3,8 Billionen US-Dollar.

„Der Schaden wird von der genauen Laufbahn und der Stärke des Hurrikans abhängen“, sagt Alexander Allmann, Experte für Naturgefahren beim deutschen Rückversicherer Munich Re. Erst dann könne über ein Ausmaß spekuliert werden.

Der US-Gebäudeversicherer Citizens meldete am Montag 750 Schäden in Florida. Gegenüber anderen Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überflutungen haben Hurrikane aus Sicht der Versicherer immerhin einen Vorteil: Meist bleibt Zeit, sich vorzubereiten. „Bei einem Sturm dieser Stärke werden eher Schäden an Hausdächern zu beklagen sein als große Industrieschäden“, sagt Markus Stowasser, Meteorologe in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Allianz Re, der Rückversicherungstochter des Münchener Unternehmens.

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  • Ich hoffe auch das niemand zu Schaden kommt aber eine Bemerkung kann ich mir beim Besten Willen nicht verkneifen:
    Hätte sich dieser Hurrican (als solches oder als Tornado) über Europa breit gemacht und hätte Milliarden Schaden angerichtet, so würde das betroffene Land spätestens morgen früh von S&P, oder den anderen Finanzschergen, um mindestens 1 Note herabgestuft werden.
    Man darf gespannt sein, ob von denen diese Woche ein Statement kommt. Ich denke eher nicht, denn es betrifft ja die USA, das Land der unbegrenzten Schuldenberge äh - Möglichkeiten.

  • Solange keine Menschen darunter betroffen sind, soll es mir recht sein!!

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