Hybrid-Gläubiger stimmen ab
Pfeiderer-Rettung auf wackligen Beinen

Beim kriselnden Holzverarbeiter Pfleiderer könnte die Sanierung scheitern. Verweigern die Gläubiger ihre Zustimmung zum Rettungskonzept, steht Deutschlands derzeit größter Restrukturierungsfall wieder vor der Pleite.
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MünchenBeim angeschlagenen Holzverarbeiter Pfleiderer steht die eingeschlagene Sanierung auf dem Spiel. Am Montag haben sich die Gläubiger der 275 Millionen Euro schweren Hybrid-Anleihe in München getroffen. Sie sollen nach dem Willen des bayerischen Unternehmens dem Rettungskonzept zustimmen und vollständig auf ihre Rechte verzichten, dafür einen kleinen Aktienanteil bekommen. Ob die Investoren den Weg mitgehen, ist völlig unklar.

Es wird mit einer langen Versammlung gerechnet. Anlegeranwälte hatten zuletzt lautstark kritisiert, dass die Gläubiger der Hybrid-Anleihe übermäßig belastet werden. Verweigern sie ihre Zustimmung, steht Deutschlands derzeit größter Restrukturierungsfall wieder vor der Pleite.

Um den Plan der Vorstands anzunehmen, müsste die Zustimmung bei mindestens 75 Prozent liegen. Gleichzeitig müssen mindestens 50 Prozent des Nominalvolumens der Anleihe, die 2007 an den Markt gebracht wurde, vertreten sein. Bei einer zweiten Gläubigerversammlung, die Mitte Juli stattfinden würde, wäre nur noch eine Präsenz von 25 Prozent nötig.

Für den Verzicht auf alle Forderungen sollen die Hybrid-Gläubiger zusammen vier Prozent der Aktien bekommen. Sie würden, wenn die Sanierung gelingt und die Geschäfte wieder besser laufen, vermutlich von dann steigenden Aktienkursen profitieren. Die Anteilsscheine kosten derzeit 42 Cent, was das anhaltende Insolvenzrisiko widerspiegelt.

Pfleiderer ist unter anderem durch eine riskante Expansion in Schieflage geraten. Im Rahmen des vorliegenden und vorläufig von allen Gläubigern gebilligten Konzepts soll der Konzern um mehr als 700 Millionen Euro entschuldet werden - bei einer Gesamtverschuldung von etwa 1,3 Milliarden. Neue Gelder kommen primär von Banken und Hedgefonds, die daher die Macht übernehmen und künftig mindestens 80 Prozent der Stimmrechte kontrollieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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