Hydro-Sparte soll verkauft werden
Siemens hat VA Tech noch nicht verdaut

Mehr als ein Jahr nach Bekanntwerden der Übernahmeabsicht hat Siemens den österreichischen Industriekonzern VA Tech zwar geschluckt, aber noch längst nicht verdaut.

HB WIEN. Wie die seit Dienstag amtierende neue Siemens-Österreich-Chefin Brigitte Ederer gestern bei der Vorlage des Jahresergebnisses von Siemens Österreich deutlich machte, rechnet sie noch mit bis zu zwei Jahren „Integrationsarbeit“. Aktuell neigt sich der Verkaufsprozess der Hydro-Sparte von VA Tech dem Ende zu.

Die EU-Wettbewerbsbehörde hatte darauf gedrängt, dass Siemens nach der Übernahme diesen Bereich verkauft, in dem unter anderem die Fertigung von Wasserkraftwerken und Generatoren zusammengefasst sind. Bis zur nächsten Woche sollen sieben Käufer, die in die engere Wahl gekommen sind, ihr Angebot abgeben, das nach Aussage von Ederers Vorgänger Albert Hochleitner zwischen 300 und 500 Mill. Euro liegen wird. Im Januar soll der Verkauf über die Bühne gehen. Vor allem Finanzinvestoren liegen gut im Rennen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004/2005 hat Siemens in Österreich und sieben von Wien aus geführten Ländern in Zentral- und Osteuropa den Umsatz um 4,5 Prozent auf vier Mrd. Euro gesteigert. Die VA-Tech-Übernahme ist dabei noch nicht berücksichtigt. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg um neun Prozent auf 360 Mill. Euro. Unterm Strich allerdings musste die Siemens AG Österreich, zu der die osteuropäischen Firmen nicht zählen, beim Jahresüberschuss einen Rückgang von 11,2 Prozent auf 191 Mill. Euro hinnehmen. Künftig will Siemens inklusive VAn Tech einen Umsatz von rund sieben Mrd. Euro erwirtschaften und eventuell auch in weiteren osteuropäischen Ländern Fuß fassen.

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