Hyundai
Das koreanische Autowunder

Kein Autohersteller profitiert mehr von der Wirtschaftskrise in Europa als Hyundai. Weil die Autofahrer eher auf den Preis als auf den Status achten, steuern die Koreaner auf einen Rekordabsatz zu.
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SeoulDer südkoreanische Autokonzern Hyundai sahnt im krisengeplagten Europa mächtig ab. Anders als zuletzt etwa die Rivalen Peugeot, Opel und Ford feiert der Massenhersteller dank günstiger Preise große Verkaufserfolge auf dem europäischen Markt. Das Unternehmen gab am Donnerstag erneut einen steigenden Gewinn und einen Rekordabsatz im Quartal bekannt. 1,11 Millionen Autos lieferte Hyundai aus, so viele wie nie zuvor.

Das Absatzziel fürs laufende Jahr werde voraussichtlich leicht übertroffen, stellte das Management in Aussicht. Der Nettogewinn legte im zweiten Quartal bis Ende Juni um zehn Prozent zu auf umgerechnet 1,8 Milliarden Euro. Es war der 13. Anstieg des Quartalsergebnisses in Folge. Die Hyundai-Aktie schoss um bis zu 2,5 Prozent in die Höhe.

Das Unternehmen profitiert von einem Freihandelsabkommen Südkoreas mit der EU, das vergangenes Jahr in Kraft trat und die Verkaufsbedingungen für das asiatische Land verbesserte. Der Absatz in Europa sprang um 18 Prozent in die Höhe.

Europäischen Herstellern ist dies ein Dorn im Auge. Die französische Regierung will, dass die EU-Kommission die Autoimporte aus Südkorea unter die Lupe nimmt und gegebenenfalls wieder Schutzbarrieren errichtet.

Das Hyundai-Management äußerte sich hierzu zwar gelassen, aber Analysten zeigten sich alarmiert. Sie verwiesen auf Arbeitsplatzverluste in der europäischen Autoindustrie. Diese könnten dazu führen, dass Stimmung gegen die südkoreanische Konkurrenz gemacht werde, argumentierte Park Sang Won von Eugene Investment & Securities.

In der Heimat erhöht das EU-Abkommen aber die Konkurrenz für Hyundai. Dort und auch dem wichtigsten Markt China schwächelten die Umsätze. Der globalen Konjunkturabschwächung kann sich auf Dauer auch der zusammen mit der Tochter Kia weltweit fünftgrößte Autobauer nicht entziehen. Er senkte seine Absatzprognose für die Branche in diesem Jahr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Hyundai: Das koreanische Autowunder"

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  • Statt 10 % Einfuhrzoll zahlt Hyundai 7% seit 2011 und seit 1.7.2012 4% Zoll. Basis ist der ab Werk Preis und nicht der Verkaufspreis an den Endkunden. Ergebnis: Am Freihandelsabkommen wird es wohl nicht liegen dass Hyundai mehr verkauft ! Grüße an die Redaktion, Der Zollberater

    "Das Unternehmen profitiert von einem Freihandelsabkommen Südkoreas mit der EU, das vergangenes Jahr in Kraft trat und die Verkaufsbedingungen für das asiatische Land verbesserte. Der Absatz in Europa sprang um 18 Prozent in die Höhe."

  • Die Qualität von Hyundai und KIA ist sogar besser als die von VW/Audi.
    Hyundai ist 2010 und 2011 Sieger des AutoBild Qualitätsreports. Und auch im AutoBild Dauertest sind Hyundai und KIA Modell stets ganz vorne mit dabei!

    Dazu gibt es bei Hyundai 5 und bei KIA 7 Jahre Herstellergarantie! Wenn VW auch so lange Garantie geben würde, würde VW schlicht pleite gehen so schlecht wie deren Autos schon seit Jahren sind.

  • Hyundai und auch KIA fertigen einen Großteil der Autos für Europa eben hier (Hyundai in Tschechien, KIA in SlovKIA). Der in der Türkei gebaute i20 von Hyundai wurde zuletzt in Ruesselsheim entwickelt. Was soll hier also falsch sein? Die Qualität der Autos ist neben dem Preis werten Verkauf eine Sache für sich!

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