Hyundai lockert Zusammenarbeit
Daimler benötigt neue Asien-Strategie

Der angekündigte Rückzug beim japanischen Partner Mitsubishi und Hyundais Lockerung der Zusammenarbeit werfen die bisherige Asien-Strategie von Daimler-Chrysler über den Haufen. Die Stuttgarter wollen sich nun offenbar verstärkt auf den chinesischen Markt konzentrieren.

HB STUTTGART/SEOUL. Der südkoreanische Autokonzern Hyundai Motor steht offensichtlich als Ersatzpartner für Daimler-Chrysler in Asien nach dem Rückzug des Stuttgarter Autobauers bei Mitsubishi Motors nicht zur Verfügung. Der Daimler-Chrysler-Aufsichtsrat will sich am Donnerstag über die neuen Asien-Pläne des Vorstands unterrichten lassen. Vorstandschef Jürgen Schrempp steht dabei aber nicht zur Disposition.

Hyundai Motor wolle mit Daimler-Chrysler künftig lieber auf Basis einzelner Projekte zusammenarbeiten als in einer engeren Partnerschaft, teilte Hyundai am Montag mit. Beide Unternehmen sprächen über eine Umstrukturierung ihrer Allianz. Es seien aber noch keine Entscheidungen gefallen. Hyundai wird am Donnerstag auch Thema der Aufsichtsratssitzung von Daimler-Chrysler in New York sein, wie ein Aufsichtsrat Reuters bestätigte. Die Ablösung von Schrempp stehe dort nicht auf der Tagesordnung, sagte er. Ob darüber auf dem um 16.00 Uhr deutscher Zeit beginnenden Treffen diskutiert werde, sei offen. Daimler-Chrysler hatte Spekulationen über den Rückzug von Schrempp deutlich zurückgewiesen: „Das ist Unsinn“, sagte ein Sprecher. Der Vertrag Schrempps war erst vor knapp drei Wochen um drei Jahre bis 2008 verlängert worden.

Hyundai reagierte auf Drängen der Börse in Seoul zum ersten Mal auf verschiedene Medienberichte, wonach man die Bindungen zu Daimler-Chrysler zumindest teilweise lösen wolle. Daimler-Chrysler wollte die laufenden Gespräche mit Hyundai nicht kommentieren: „Wir verhandeln weiter“, sagte ein Sprecher. Analysten warnten, Hyundai könne sich damit den Zugang zur modernen Diesel-Technik von Daimler-Chrysler verbauen. Die Hyundai-Aktie fiel angesichts der Spekulationen um 5,8 % auf 46 700 Won.

Daimler-Chrysler hält zehn Prozent an Hyundai und hat die Option, die Beteiligung auf 15 % zu erhöhen. Nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen prüft Daimler-Chrysler aber auch einen Ausstieg bei Hyundai. Verhandlungen über eine Beteiligung von Daimler-Chrysler am Nutzfahrzeug-Geschäft der Koreaner haben sich mehr als eineinhalb Jahren hingezogen. Hyundai stößt sich jedoch an den Plänen von Daimler-Chrysler, in China zusammen mit Beijing Automotive Industry (BAIC) Mercedes-Pkw zu bauen, und pocht auf eine frühere Exklusiv-Vereinbarung mit BAIC.

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