IAA-auftakt
Porsche darf auf der VW-Party mitfeiern

Die große Veranstaltung des Volkswagenkonzerns vor Beginn der IAA sollte zu einer Demonstration der neuen Einigkeit mit Porsche werden. So manches bleibt allerdings Fassade. Mit der Gegenwart hält sich VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch aber nicht auf. Er will, dass der Konzern weiter wächst.

FRANKFURT. Die neuen Machtverhältnisse im bald um Porsche erweiterten Volkswagenreich werden schon auf der Vorabendveranstaltung des Konzerns anlässlich der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) deutlich. Als ersten begrüßt der Moderator Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. Es folgt Porsches Chefkontrolleur - und die Überraschung: "Wolfgang Porsche hat gleich den kompletten Porsche-Vorstand mitgebracht."

Traditionell präsentieren sich auf dem Konzernabend die neun Marken des Unternehmens. Seit Ende Juli ist ausgemachte Sache, dass Porsche als Nummer zehn dazu stößt. Doch die Führungsriege des Stuttgarter Sportwagenbauers war nicht auf der Veranstaltung in der Frankfurter Jahrhunderthalle am Montagabend erwartet worden. Ihre Anwesenheit soll zeigen, dass nun zusammenwächst, was zusammengehört. Dass der jahrelange Machtkampf zwischen VW und Porsche Vergangenheit ist. Und das vor einer dem Autoriesen angemessenen Rekordkulisse mit mehr als 2000 Gästen, darunter auch der Präsident des deutschen Autobranchenverbands VDA, Matthias Wissmann.

Auftritt Martin Winterkorn. Der VW-Vorstandschef begrüßt Wolfgang Porsche und den neuen Vorstandschef des Sportwagenbauers, Michael Macht, der bereits ein Mikrofon am Kopf trägt. Demonstrativ gruppieren sich die drei Männer um einen Stehtisch und unterhalten sich, bevor das offizielle Programm beginnt.

Die Regie hat Michael Macht einen prominenten Platz reserviert. Vor ihm sprechen die Chefs von Skoda, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Seat, Bentley, Bugatti, Audi, Lamborghini und Scania. Wolfgang Porsche bleibt die ganze Zeit in der Nähe seines neuen Topmanagers, gibt ihm im wahrsten Sinn des Wortes Rückendeckung. Bevor dieser an der Reihe ist, kommt VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg lautlos im Elektrofahrzeug Up auf die Bühne geglitten, unter den Produktneuvorstellungen der Star des Abends. Vor dem blassgelben Kleinwagen posiert dann auch Macht, versichert "im Namen des gesamten Vorstandes" und mit einem etwas zu breiten Grinsen: "Wir sind richtig froh, heute Abend dabei zu sein." Schon vorher hat er sich betont strahlend und gut gelaunt gegeben.

Doch das letzte Wort der anderthalbstündigen Präsentation gehört einem anderen, und der wird mit einem verbalen Trommelwirbel angekündigt. "Nun spricht er zu ihnen: Martin Winterkorn." Kein Zweifel: Er hat das Sagen; Winterkorn redet von allen Managern am längsten. Und als er fertig ist, bildet sich eine große Menschentraube um ihn, ebenso um Aufsichtsratschef Piëch und dessen Frau Ursula.

Michael Macht sucht die Nähe zu Piëch, kommt an diesen bis auf vielleicht 1,50 Meter Entfernung heran. Dann geht es nicht weiter. Macht wirkt etwas verloren. Ein Audi-Aufsichtsratsmitglied spricht ihn an, aber es sind nicht viele, die sich in diesem Moment für den Porsche-Chef interessieren. Gegenüber einem Gesprächspartner beteuert er: "Ich fühle mich sehr wohl, ich kenne die Leute hier." Doch das Bild, das sich bietet, ist ein anderes. Michael Macht dreht ab.

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