IAA
Opel: Astra, Ampera und böse Ahnungen

Nachdem General Motors den Verkauf von 55 Prozent seiner Europa-Tochter an das Konsortium um den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna verkündet hat, wollen die Lenker von Opel nun nach vorne schauen. Doch auf der IAA gelingt das nicht vollkommen.

FRANKFURT. Auf der Automesse in Frankfurt präsentiert sich Opel mit dem neuen Slogan „Wir leben Opel.“ Der Auftritt von Aufsichtsratschef Carl Peter Forster auf der Automobilausstellung wird anmoderiert mit den Worten „Jetzt geht es um die Zukunft von Opel.“ Im Mittelpunkt sollen die Weltpremiere des Golf-Konkurrenten Astra und der Plug-in-Hybrid Ampera stehen.

Doch die Eindrücke der vergangenen Wochen sind zu frisch, als dass Forster um sie herum käme. „Das war ein Meilenstein.“ So bedankt er sich bei seinem Messeauftritt zunächst bei „allen, die uns unterstützt haben“, allen voran bei der Bundesregierung. Und die durchaus zahlreichen Kritiker bittet er, „uns einfach mal arbeiten zu lassen“. Denn zu tun gibt es viel, das ist Forster bewusst. „Wir wissen, dass wir in den nächsten Monaten noch sehr viel Arbeit vor uns haben.“

Forster versucht, die Reihen zu schließen, betont: „Ohne die Zusammenarbeit mit General Motors geht es nicht.“ Auch den Schulterschluss mit der britischen Schwester Vauxhall sucht er: „Vauxhall gehört ganz eng zu uns.“ Deshalb prangt Vauxhalls Logo auch rechts von dem Opels über der Bühne.

Nun endlich kann Forster zum neuen Slogan kommen, „der die Leidenschaft zeigen soll, die dahinter steckt“. Und dann rollt der Astra auf die Bühne, in Dunkelrot. Es ist von den angestrebten Verkaufszahlen her die wichtigste Premiere auf der IAA, für Opel „ein ganz starkes Bein“, so Forster – und ein Modell, das über die Zukunft des Autobauers entscheidend ist. Noch dieses Jahr wird der Astra in den Handel kommen, zu einem Einstieglistenpreis von 15 900 Euro.

Und Ökologie, Nachhaltigkeit, die Megathemen auf der weltgrößten Automesse? Beim neuen Astra hat Opel den Verbrauch laut Forster um zwölf Prozent gesenkt. Alle Dieselvarianten verbrauchen weniger als fünf Liter für 100 Kilometer, die sparsamste Version kommt mit 4,2 Liter aus und hat einen CO2-Ausstoß von 109 Gramm pro Kilometer, deutlich weniger als von der EU in der Vorgabe für das Jahr 2012 gefordert.

Fürs grüne Image hat Opel außerdem den Ampera, der auf der IAA ebenfalls stolz präsentiert wird, ganz in Weiß lackiert. Der Plug-in-Hybrid kommt ausschließlich mit Elektroantrieb 60 Kilometer weit, ein zusätzlicher Verbrennungsmotor macht den Wagen langstreckentauglich und sorgt dafür, dass er nicht liegen bleibt, wenn gerade keine Steckdose zum Aufladen in der Nähe ist. So ganz stimmt das riesig eingeblendete Attribut: „Antrieb rein elektrisch“ also nicht. Doch Opel kontert, anders als etliche Konkurrenten zeige man keine Studien, sondern Autos, die fahren. Der Ampera allerdings geht erst in einigen Jahren in die Serienproduktion.

Der Ampera und der Astra – sie sollen Opels Zukunft sein. Nach der 18-minütigen Präsentation aber ist der Autobauer erst einmal wieder in der Gegenwart. Von Fotografen und Fernsehteams umringt wird nicht nur Carl Peter Forster, sondern auch Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz, einer der wichtigsten Protagonisten im Gezerre um den Verkauf der GM-Tochter.

Tino Andresen
Tino Andresen
Handelsblatt.com / Reporter
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