Iberdrola
Spanisches Schachspiel

Spaniens zweitgrößter Versorger Iberdrola trumpfte vor drei Wochen mit einem Kaufangebot von 17,2 Milliarden Euro für Scottish Power auf. Das britische Management hat die Offerte akzeptiert. Ein cleverer Schachzug von Iberdrola-Verwaltungsratschef Ignacio Sánchez Galán.

MADRID. Es war vor drei Wochen: Während der größere Konkurrent Endesa mit einer ebenso langwierigen wie kostspieligen Übernahmeschlacht beschäftigt war, trumpfte Spaniens zweitgrößter Versorger Iberdrola mit einem Kaufangebot von 17,2 Milliarden Euro für Scottish Power auf. Inzwischen hat das britische Management die Offerte akzeptiert. Ein cleverer Schachzug von Iberdrola-Verwaltungsratschef Ignacio Sánchez Galán.

Für ihn ist Großbritannien nur ein Umweg, um eine Megafusion auf dem immer noch attraktiven heimischen Strom- und Gas-Markt zu ermöglichen. Mit Scottish Power steigt Iberdrola zur europäischen Nummer drei der Branche (nach Börsenwert) auf. Und die Spanier umgehen das nationale Wettbewerbsrecht auch für Operationen auf dem Heimatmarkt. Geht der Deal wie geplant über die Bühne, bestimmt Brüssel und nicht Madrid über jede weitere Fusion von Iberdrola.

Zwei Versorger bieten sich auf dem heimischen Markt an: Unión Fenosa und Gas Natural, derzeit mit Eon im Clinch um Endesa. Branchenexperten meinen, dass sich Gas Natural aus der schon mehr als einjährigen Schlacht zurückziehen wird, sobald die juristischen Hürden für Eon gefallen sind – mangels Finanzkraft.

Seit sechs Jahren versucht Iberdrola, mit einem der heimischen Wettbewerber, darunter Endesa, zusammen zu gehen. Alle Anläufe wurden bisher von der nationalen Wettbewerbsbehörde und der Energieaufsicht, vor allem aber von den bis 2004 regierenden Konservativen, abgeblockt. Grund ist der schwache Wettbewerb – Spanien hat nur vier Versorger und kaum ausländische Anbieter. Doch die Strompreise sollten bei steil wachsendem Energieverbrauch niedrig gehalten werden.

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