Iberische Unternehmen forcieren die Entwicklung von Windparks und Turbinenherstellung
Spanien setzt auf die Windkraft

Spaniens Wirtschaft will die Windkraft weiter ausbauen und exportiert die Technologie inzwischen in die ganze Welt. „Unsere Unternehmen gehören bereits zu den Großen der Branche und können global durchaus mit dänischen oder deutschen Entwicklern und Anlagenbauern konkurrieren,“ sagt Analyst David Cabeza vom Madrider Broker Renta 4. Der Rückenwind für die Branche kommt aus dem starken Heimatmarkt.

scm MADRID. Allein im vergangenen Jahr nahm die Leistung um 28 Prozent auf rund 6 200 Megawatt zu. 1990 waren es gerade mal sechs Megawatt. Inzwischen stehen knapp 10 000 Windmühlen auf dem karg besiedelten Land zwischen Galizien und Andalusien. Daraus bezog Spanien 2003 sechs Prozent seines Stroms und ist damit drittgrößter Windenergieproduzent der Welt.

Dabei ist Spanien eigentlich nicht als besonders umweltfreundlich bekannt. Es ist eines der Länder der EU, die bei der Erfüllung der Kyoto-Kriterien am meisten hinterherhinken. Im Vergleich zu 1990 liegen die Emissionen heute rund 30 Prozent höher, 15 Prozent wären nach dem Protokoll zulässig.

Obwohl es im Bereich Windenergie anders als in Deutschland noch ein großes Potenzial gibt, ist es für deutsche Parkentwickler oder Anlagenbauer schwer, in Spanien Fuß zu fassen. Der Markt wird von großen Unternehmen bestimmt und ist fest in nationaler Hand. Die wichtigsten Player Iberdrola, Gamesa und Energía Hidroeléctrica de Navarra (EHN) sind inzwischen global anerkannte Unternehmen, die ihr Know How in alle Welt exportieren.

Der Windturbinenhersteller und Parkentwickler Gamesa verkauft seine Anlagen in 16 Länder und hat inzwischen zahlreiche Joint Ventures und Niederlassungen unter anderem in Polen, Japan, Frankreich, Italien und Griechenland sowie in den Wachstumsmärkten USA und China. In Deutschland kaufte Gamesa vor einem Jahr den ostfriesischen Parkentwickler EBV Management Holding und will hier in den nächsten Jahren auf einen Marktanteil von 15 Prozent kommen.

Langfristig will Gamesa-Chef Iñaki López jedoch die Nummer Eins im Branchenranking der Hersteller werden. Derzeit liegt Gamesa auf Platz vier: „Wir sind jetzt schon die rentabelsten.“ 2004 soll der Gewinn nach seinen Wünschen um 14 Prozent auf 230 Mill. Euro steigen, der Umsatz soll die Marke von zwei Mrd. Euro erreichen.

Aber nicht nur der spanische Privatsektor setzt auf Windenergie und exportiert sein Know How in andere Länder. Schon seit Jahren engagiert sich die autonome Region Navarra global in Sachen alternative Stromquellen. Angefangen hat jedoch auch hier alles zu Hause. 60 Prozent des Stromverbrauchs werden im Norden Spaniens bereits durch erneuerbare Energien gedeckt. Im kommenden Jahr sollen es bereits 97 Prozent sein.

Seite 1:

Spanien setzt auf die Windkraft

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%