ICE-Kupplungen von Voith
Ein Job, von dem Menschenleben abhängen

Sie müssen Spitzengeschwindigkeiten standhalten und gigantische Gewichte stemmen: Bei den ICE-Kupplungen, die der Technologie-Konzern Voith fertigt, muss jeder Handgriff sitzen. Sonst kann es böse Folgen geben.
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Salzgitter.Mit einem Ruck treffen die beiden großen Metallteile aufeinander. Zwei junge Männer beugen sich darunter und schließen einen Laptop an. Sie stecken Kabel an die verschiedenen elektronischen Kontakte. Jede Kupplung wird geprüft, bevor sie das Voith-Werk in Salzgitter verlässt. An ihrem Job hängen Menschenleben - die Zug-Kupplung darf sich auf gar keinen Fall lösen.

„Die ICE-Kupplung könnte das Gewicht von 200 Tonnen aushalten - das ist so viel wie ein Airbus A380 wiegt“, erklärt Werkleiter Heinz Tengler. Allein ein Zugwaggon wiegt mehrere tausend Tonnen. Und auch bei mehr als 300 km/h muss die Kupplung die Wagen zusammenhalten. „Wir haben heute komplett andere Anforderungen als früher bei der gemütlichen Dampflok“, sagt Tengler.

Dabei ist das Prinzip der Scharfenbergkupplung, kurz: Schaku, seit 1903 gleichgeblieben. Doch trotzdem muss sie weiterentwickelt werden. Derzeit geht es darum, die Kupplung leichter zu bekommen. „Ein Kilo weniger Gewicht bringt mehrere hundert Euro Ersparnis für den Betreiber“, erklärt der Werkleiter.

Außerdem muss die Schaku nicht nur die Waggons verbinden, sondern wird auch immer mehr zum Kommunikator zwischen ihnen. Steuersignale, Software-Informationen, Fahrgastinformationen: Je mehr Hightech im Zug, desto mehr müssen die Ingenieure in die Kupplung integrieren.

Doch es wäre vermessen, sich zu beklagen. Denn das Geschäft lohnt sich. Erst kürzlich bekam das Unternehmen einen neuen Großauftrag: Bis 2025 soll Voith 4.800 Kupplungen nach Südafrika liefern. Der größte Einzelauftrag in der Unternehmensgeschichte.

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