ICE
Siemens hofft in China auf Zugauftrag

Nach der ICE-Bestellung der Deutschen Bahn hofft Siemens nun in China auf einen milliardenschweren Zugauftrag. Wie China-Chef Richard Hausman gestern in Peking sagte, werde momentan über die Lieferung von rund 100 Hochgeschwindigkeitslokomotiven an China verhandelt. Er hoffe, das "schon sehr bald" eine Entscheidung darüber falle, so Hausmann.

PEKING. Geplatzt ist dagegen der Traum des Münchner Konzerns, die beiden Flughäfen in Schanghai zur Weltausstellung 2010 mit dem deutschen Transrapid zu verbinden. Die seit Jahren andauernden Verhandlungen würden weiter stocken, so Hausmann. Eine Inbetriebnahme zur Weltausstellung sei nicht mehr möglich. "Die Expo wird ohne den Transrapid stattfinden", so Hausmanns Fazit.

Seit Ende 2003 ist in Schanghai die weltweit erste kommerzielle Strecke des Transrapids in Betrieb, sie reicht allerdings nur vom Flughafen Pudong bis an den Stadtrand. Diese Route sollte um 34 Kilometer über das Gelände der Weltausstellung 2010 zum zweiten Flughafen Hongqiao verlängert werden. Zudem ist eine spätere Verbindung in die rund 170 Kilometer entfernte Stadt Hangzhou geplant.

Das Projekt ist jedoch politisch auf der Strecke geblieben. Neben erheblichen Umweltbedenken und Bürgerprotesten in Schanghai konnte sich das deutsche Konsortium von Thyssen und Siemens bislang nicht mit den Chinesen über die Frage des Technologietransfers einigen, worauf peking aber drängt. Zudem ist die Frage der Finanzierung nicht endgültig geklärt, heißt es in politischen Kreisen.

Die verhandelten ICE-Züge sind ein Folgegeschäft zu dem Olympia-Auftrag, bei dem Siemens bereits dem Bau von 60 Hochgeschwindigkeitszügen in China zugestimmt hatte. Der deutsche Konzern baut bei dem Auftrag im Wert für 600 Mio. Euro eine chinesische ICE-Variante mit einem heimischen Partner in der Nähe von Peking. Die Hälfte der Bauteile stammt aus dem Hause Siemens.

China hat vor wenigen Wochen mit seinem großen Konjunkturpaket angekündigt sein Eisenbahnnetz schneller als bisher geplant ausbauen und modernisieren zu wollen. Damit sollen 6 Mio. Arbeitsplätze geschaffen und die der wirtschaftliche Abschwung abgemildert werden.

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