"Ich habe ein reinies Gewissen"
Grundig weist Kathrein-Vorwürfe zurück

Den Vorwurf des früheren Grundig-Eigentümers Anton Kathrein hat der Insolvenzverwalter zurückgewiesen. Kathrein hatte scharf kritisiert, dass bei der Verwertung des Konzern die Beschäftigungssicherung vernachlässigt würde.

HB NÜRNBERG. „Unsere bisherigen Ergebnisse sprechen für sich“, sagte Insolvenzverwalter Siegfried Beck am Mittwoch. So seien beim Verkauf der Grundig-Sparten Autoradios und Diktiergeräte in beträchtlichem Umfang Arbeitsplätze gesichert worden. „Ich kann mit dem Vorwurf gut leben, ich habe da ein reines Gewissen“, sagte der Insolvenzanwalt.

Zuvor hatte der Rosenheimer Unternehmer Kathrein, zugleich Vorsitzender des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) in Bayern, die Insolvenzverwaltung attackiert. Er habe bereits vor sechs Monaten ein Angebot für die Satellitenkopf-Sparte abgegeben, bislang aber keine Zusage bekommen. Arbeitsplätze würden auf diese Weise gefährdet, „weil auf Zeit gespielt wird“. „Mitarbeiter stehen nicht im Fokus“, habe ihm die Insolvenzverwaltung beschieden.

Kathrein hatte allerdings Branchenkreisen zufolge auch für das Autoradio-Geschäft geboten, war aber wegen einer zu geringen Offerte gescheitert. Für die Satellitenkopf-Sparte gebe es derzeit drei Interessenten, hieß es in den Kreisen weiter. Eine endgültige Lösung für die Division werde möglicherweise Anfang bis Mitte Februar präsentiert.

Beck wollte sich zum weiteren Zeithorizont für den Bereich nicht äußern. Geplant sei ein Verkauf „so schnell wie möglich“. Kathreins Offerte ziele darauf ab, über die Sparte hinaus andere Geschäftsfelder - etwa die Rechte für Settop-Boxen - zu erwerben. Dies sei aber aus jetziger Sicht nicht möglich, da diese wichtiger Bestandteil anderer Kernbereiche seien.

Das Amtsgericht Nürnberg hatte im Juli 2003 das Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung über Grundig eröffnet. Der Unterhaltungselektronik-Hersteller, einstmals Arbeitgeber von bis zu 38 000 Menschen, war nach jahrelanger ergebnisloser Investorensuche in die Pleite gegangen. Die Zukunft des Kerngeschäfts - der TV- und Videosparte - ist nach wie vor offen.

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