IG BCE: Chemiegewerkschaft droht mit Streiks

IG BCE
Chemiegewerkschaft droht mit Streiks

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) hat mit Streiks gedroht. Das neue Angebot der Arbeitgeber sei eine „Provokation“, hieß es von der IG BCE. Ende März gehen die Tarifverhandlungen weiter.
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NeussIn den Tarifverhandlungen für die rund 550.000 Beschäftigten der Chemieindustrie hat die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) mit Streiks gedroht. Die Arbeitgeber hätten nach zwei erfolglosen Verhandlungsrunden zwar ein Angebot auf den Tisch gelegt, dieses sei aber „eine Provokation“, erklärte der Verhandlungsführer der IG BCE, Peter Hausmann, am Donnerstagabend in Neuss. „Ein Arbeitskampf ist nicht länger ausgeschlossen.“

Hausmann zufolge boten die Arbeitgeber nach zwei bis drei Leermonaten eine Tariferhöhung um 1,6 Prozent bei einer Laufzeit von 15 Monaten an. Zudem schlugen sie vor, 2016 für jeden Beschäftigten 200 Euro zusätzlich in den betrieblichen Demografiefonds einzuzahlen. Die Gewerkschaft fordert 4,8 Prozent mehr Lohn und will den Tarifvertrag "Demografie und Lebensarbeitszeit" weiterentwickeln.

Der Gewerkschaftsvertreter warf den Arbeitgebern vor, „den Kontakt zur Realität verloren“ zu haben. „Dieses Angebot ist ein Dokument der Ignoranz und der Arroganz“, erklärte Hausmann. Die Branche verdiene gutes Geld, die Konjunktur laufe robust auf hohem Niveau. „Von dieser Entwicklung wollen sie uns abkoppeln“, kritisierte er.

Bei der nächsten Verhandlungsrunde in Stuttgart am 26. und 27. März bestehe die „letzte Möglichkeit, in freien Verhandlungen doch noch zu einem Ergebnis zu kommen“. Sei dies nicht der Fall, werde die IG BCE das Schlichtungsverfahren einleiten. „Auch ein Arbeitskampf ist dann nicht mehr ausgeschlossen.“

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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