IG Metall: 900 Jobs bedroht: VDO steht vor Stellenabbau

IG Metall: 900 Jobs bedroht
VDO steht vor Stellenabbau

Siemens prüft, bei seiner Autozuliefersparte VDO Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen. Die Gewerkschaft wettert, damit solle das Unternehmen für den geplanten Börsengang schön gemacht werden. Es kursiert auch schon eine Zahl, wie viele Stellen wegfallen.

HB MÜNCHEN. Betroffen von dem Abbau seien unter anderem die Werke in Wetzlar und in Karben bei Frankfurt, sagte eine VDO-Sprecherin am Mittwoch ohne Zahlen zu nennen. Die IG Metall sprach von bundesweit 900 Arbeitsplätzen, die gestrichen werden sollen. Allein in Karben sollen 250 Jobs wegfallen, sagte der Gewerkschaftsbevollmächtigte Bernd Rübsamen.

Insgesamt beschäftigt Siemens VDO Automotive an 12 Standorten in Deutschland rund 20 000 Mitarbeiter. Weltweit sind es an mehr als 130 Standorten rund 53 000 Beschäftigte. Zur VDO-Produktpalette gehören Airbags, ABS-Systeme, Katalysatoren, Audio- und Navigationsgeräte sowie komplette Auto-Cockpits.

Siemens überprüfe die Werke auf Auslastung und Kosten, sagte die VDO-Sprecherin. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden. Am Montag seien die Betriebsräte informiert worden. Am Mittwochnachmittag wurden nach Angaben der IG Metall in den Werken Wetzlar (rund 1000 Mitarbeiter) und Karben (etwa 1500) Betriebsversammlungen abgehalten.

Gewerkschafter Rübsamen kündigte an, dass die Beschäftigten um den Erhalt der Arbeitsplätze kämpfen würden. „Im Moment schaut es so aus, dass die Braut schön gemacht wird, um sie an der Börse platzieren zu können – mit einer ungewissen Zukunft – oder sie zu einem hohen Preis verkaufen zu können“, sagte er.

Konzernchef Klaus Kleinfeld hatte Ende Januar angekündigt, einen Minderheitsanteil von VDO an die Börse zu bringen. Der Autozulieferer Continental hatte daraufhin umgehend sein Interesse angemeldet. Siemens verfolgt bislang allerdings weiterhin vorrangig die Börsenpläne für die Sparte mit Hauptsitz in Schwalbach am Taunus.

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