IG Metall befürchtet Kahlschlag in Würzburg
Siemens plant VDO-Produktion in Tschechien

Siemens bereitet nach Zeitungsangaben eine Verlagerung seines Würzburger VDO-Werkes nach Tschechien vor.

HB FRANKFURT. Bereits ab Mitte 2006 solle der Autozulieferer im tschechischen Ostrava produzieren, berichtete die Tageszeitung „Die Welt“ am Donnerstag vorab. Die entsprechenden Genehmigungsverfahren für den Bau seien bei den tschechischen Behörden eingeleitet. Für den Fall einer Teilverlagerung der Produktion rechnet Siemens der Zeitung zufolge mit einem einmaligen Aufwand von 28,8 Millionen Euro bei Kostensenkungen von 38,1 Millionen. Bis Mitte 2009 solle sich dabei die Mitarbeiterzahl um rund 600 reduzieren.

Ein Siemens-Sprecher bestätigte, dass das Unternehmen ein neues Werk baue. Dort wolle man kleine Motoren herstellen, die bei Pkw-Fenstern und Scheibenwischanlagen eingesetzt werden. „Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat gehen weiter. Wir können noch keine Einzelheiten nennen“, fügte der Sprecher hinzu. Die IG Metall hatte bereits gewarnt, bei einer Verlagerung könnten alle rund 1600 Stellen des Werkes gefährdet sein. Siemens habe auch eine Vollverlegung kalkuliert, berichtete die Zeitung weiter. Hier stünden einem Einmalaufwand von 66,7 Millionen Einsparungen von 92,8 Millionen Euro entgegen. Die Zahl der Mitarbeiter in Würzburg würde nach diesem Szenario auf 348 von 1564 fallen.

Das Blatt hatte früher berichtet, Siemens habe als Alternative für eine Verlegung unter anderem die Einführung der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich, drei Jahre Verzicht auf Lohn- und Gehaltserhöhung sowie Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld gefordert. Nur dann solle der Abbau der Arbeitsplätze auf 600 beschränkt bleiben. Die IG Metall hatte diese Forderungen zurückgewiesen.

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