IG Metall droht mit Eskalation
Keine Einigung bei Stahl-Tarifrunde

Nachdem auch in der vierten Runde der Tarifverhandlungen für die rund 85 000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie am Donnerstagabend in Essen keine Einigung erzielt werden konnte, hat die IG Metall mit einer „Eskalation“ gedroht.

HB ESSEN. „Der kommende Mittwoch ist der ultimative Termin, um zu einem Ergebnis zu kommen“, sagte IG Metall- Verhandlungsführer Detlef Wetzel. Danach werde die Gewerkschaft „außerordentliche Kampfmaßnahmen“ ergreifen und anschließend auch die Frage einer Urabstimmung überdenken, sagte Wetzel.

Die IG Metall fordert für die Stahlarbeiter in NRW, Niedersachsen und Bremen wegen der guten Ertragslage in der Branche sieben Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber haben bislang drei Prozent sowie 500 Euro Einmalzahlung bei 19 Monaten Laufzeit angeboten. Angebot und Forderung in der ostdeutschen Tarifrunde für 8 000 Beschäftigte entsprechen derzeit dem nordwestdeutschen Stand.

An einer Warnstreikwelle wenige Stunden vor dem Start der vierten Verhandlungsrunde hatten sich am Donnerstag rund 3000 Beschäftigte beteiligt. Insgesamt hatten damit seit Beginn der Warnstreiks am vergangenen Freitag nach Angaben der IG Metall rund 19 000 Beschäftigte in 58 Betrieben ihre Arbeit zeitweise niedergelegt.

„Es sind noch einige Hürden zu überwinden. Wir bewegen uns beide“, sagte der Vorsitzende des Arbeitgeberverbands Stahl, Helmut Koch. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber zeigte sich jedoch optimistisch, dass eine Einigung erzielt werden könne.

IG Metall-Verhandlungsführer Wetzel wies nach dem Ende der Gespräche auf „erhebliche Unterschiede“ in den Positionen beider Seiten hin. Dies gelte sowohl für das Geld als auch für die Forderung nach Beschäftigungsperspektiven.

Von den Warnstreiks am Donnerstag waren in Nordrhein-Westfalen Unternehmen in Mülheim/Ruhr, Krefeld, Finnentrop und Siegen betroffen. In Niedersachsen gingen Stahlwerker der Georgsmarienhütte auf die Straße. Auch im hessischen Dillenburg beteiligten sich Beschäftigte von ThyssenKrupp Nirosta an den Aktionen. Im ostdeutschen Eberswalde legten im Zuge der dortigen Tarifauseinandersetzung 150 Beschäftigte die Arbeit nieder.

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