IG-Metall fordert Verlagerungsabgabe
AEG-Beschäftigte demonstrieren vor Fußballspiel

Im Streit um die Schließung des Nürnberger AEG- Hausgerätewerks haben sich am Samstag auch die Spitzen der IG Metall und der Metall-Arbeitgeber zu Wort gemeldet.

HB NÜRNBERG. IG Metall-Chef Jürgen Peters forderte eine Verlagerungsabgabe für Unternehmen. Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser warnte vor einer Eskalation des Arbeitskampfes. Die Beschäftigten demonstrierten am Nachmittag am Franken-Stadion vor dem Spiel des 1. FC Nürnberg gegen den Hamburger SV ihre Kampfbereitschaft für den Erhalt der 1750 Arbeitsplätze.

Gewerkschafts-Chef Peters forderte unter anderem, Verlagerungen von Unternehmen, die aus reinen Profitgründen erfolgen, wie Veräußerungsgewinne zu besteuern. Schließlich nähmen Unternehmen wie AEG Know-How und Entwicklungen aus Deutschland mit und verkauften sie an einem anderen Standort bei niedrigeren Kosten. Mit Hilfe einer Verlagerungsabgabe sollten die sozialen Folgen für die Betroffenen abgemildert und neue Beschäftigungsmöglichkeiten für die entlassenen Arbeitnehmer finanziert werden.

Gesamtmetall-Präsident Kannegiesser warf den Gewerkschaften dagegen vor, sie betrieben ein gefährliches Spiel. Der Streik führe ausländischen Investoren vor Augen, „wie schwierig es ist, unternehmerische Entscheidungen am Standort Deutschland umzusetzen“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Samstagsausgabe). Eine weitere Eskalation nütze niemandem. Nach dem Scheitern von Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag wird das AEG-Werk in Nürnberg seit dem 20. Januar bestreikt.

Peters sagte, es sei völlig legitim, dass sich die Beschäftigten gegen die vom schwedischen Electrolux-Konzern beschlossene Schließung des AEG-Stammwerks wehren. Eine Prognose über die Dauer des Arbeitskampfes wollte er nicht abgeben. Er hoffe aber, dass das Electrolux-Management „sehr schnell wieder auf die Beschäftigten zu gehen und Beiträge zu vernünftigen Lösungen leisten“ werde.

Nach der Ausweitung der Streiks auf die Logistiksparte am Freitag hatte der Konzern gedroht, die Produktion von Waschmaschinen und Geschirrspülern noch schneller nach Polen zu verlagern.

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